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Von Ufos, Schlangenlinien und Brücken-Maut in Witten

01.01.2016 | 20:09 Uhr
Von Ufos, Schlangenlinien und Brücken-Maut in Witten
Was bringt Jahr 2016 für Witten? Die Redaktion wirft einen Blick in die Glaskugel ...Foto: Barbara Zabka

Witten.   Blick „in die Kugel“: Was in Witten 2016 passieren wird – mit der Bücherei, in der Verkehrsplanung, in der SPD. Und wo die Stadt noch kassieren will.

Sie habe alle Jahresrückblicke gelesen? Das ist gut so. Dann sind Sie gut informiert über das, was 2015 passiert ist. Interessiert Sie auch, was 2016 in Witten geschehen wird? Dann lesen Sie unseren ultimativen Jahresvorausblick 2016. Wir haben für Sie „in die Kugel geschaut“ und eine kleine Übersicht zusammengestellt. Als informationelles Leitmedium dieser Stadt haben wir Verbindungen in höchste Kreise.

A uftakt. Bei ihren rigorosen Alkoholkontrollen in der Silvesternacht hält die Polizei einen Autofahrer an, der in den ersten Stunden des neuen Jahres am Haus Witten in Schlangenlinien fährt. Der Mann rechtfertigt sich, er habe sich nur an die offiziellen Fahrbahnmarkierungen gehalten. Die Polizei lässt den braven Mann weiterfahren, weist ihn aber an, künftig wie alle anderen Verkehrsteilnehmer die weißen Linien zu schneiden.

B ücherei. Bei der Eröffnung der neuen Stadtbücherei geben sich die Minister die Klinke in die Hand. Die zukunftsweisende Verknüpfung von Büchern und neuen Medien wird gefeiert. In den Wochen danach stürmen Kinder und Erwachsene das neue Haus des Wissens, draußen bilden sich Schlangen. Das Kulturforum gerät in die Kritik: Es hat keine Lösung parat, wie der Zustrom gedrosselt werden kann. Als Sofortlösung schlägt es eine 24-Stunden-Öffnung vor.

Reden bis zum Umfallen

D ebattenkultur. Die Linke will in die Geschäftsordnung des Rates einen Filibuster-Paragrafen aufnehmen. Wie im alten Rom und im US-Senat könnte eine Minderheit dann durch Dauerreden eine Beschlussfassung verhindern. In einer Nachtsitzung lehnt der Rat die Einführung von „Ermüdungsreden“ mit großer Mehrheit ab. Nur die Linke ist dafür. Sie kündigt an, den Antrag jedes Jahr neu zu stellen.

F lüchtlinge. Auf der verzweifelten Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten greift die Stadt Witten zum letzten Mittel und beschlagnahmt das ungenutzte Charles-Wilp-Ufo am Verbundwasserwerk. Landesweit regt sich Protest.

Am Verbundwasserwerk steht seit 2010 das Ufo von Charles Wilp. Es ist zur Zeit ungenutzt. Das bringt kreative Köpfe bei der Stadt auf Ideen. Foto: Thomas Nitsche

G enossen. Bei der SPD haben sich alle wieder lieb. Sie feiert ein großes Versöhnungsfest auf dem Kahlen Plack. Klaus Lohmann, Christel Humme, Thomas Richter und Sonja Leidemann stehen dort gemeinsam am Würstchengrill, stimmen das Steigerlied an und rauchen eine Friedenspfeife. Was bleibt ihnen auch übrig? Die anderen öffentlichen Grillplätze hat die Stadt geschlossen.

H ardensteinschule. Auch nach der Vorstellung der sechs Szenarien für die Gesamtschule findet sich keiner, der den Knoten durchschlägt. Niemand will sich die Finger verbrennen. Der Sanierungsbedarf des Gebäudes wächst weiter. Eine neue Studie besagt, ein Umzug in die Burgruine wäre wirtschaftlicher.

I nnenstadt. Die Stickoxid-Belastung in der Ruhrstraße bleibt auch nach dem Durchfahrtsverbot für VW-Dieselfahrzeuge zu hoch. Verkehrsplaner Andreas Müller schlägt jetzt eine Radikallösung vor: die Untertunnelung der Ruhrstraße. Effekt am Rande: Oben drauf könnte die Ruhrstraße dann Fahrradstraße werden.

Neue Buswendeschleife regt Fantasie an

J ugend. Der Ring politischer Jugend, also unter anderem Jusos und Junge Union, macht einen Vorschlag, um der Wittener Jugend mehr zu bieten und gleichzeitig Einnahmen für den Haushalt einzuspielen: Die neue Buswendeschleife in Bommern soll an Wochenenden als Kart-Bahn genutzt werden.

K limawandel. Das Wetter schlägt weiter Kapriolen. Nach Hitzerekorden im Winter friert drei Tage zu Ostern die Ruhr zu. Die MS Schwalbe und die Fähre Hardenstein sitzen im Eis fest.

L eerstandsmanagement. Der neue Stadtbaurat Stefan Rommelfanger, bisher in Gelsenkirchen tätig, will entschlossen gegen den Leerstand in der unteren Bahnhofstraße angehen und tritt gleich voll ins Fettnäpfchen – mit seiner Idee, dort einen Schalke-Fan-Shop anzusiedeln. Fanatiker kleben ihm das Auto mit Borussen-Aufklebern zu, der SPD-Chef grüßt ihn nicht mehr. Entnervt zieht Rommelfanger seinen Vorschlag zurück.

Abkassieren an den Brücken

M aut. Auf der verzweifelten Suche nach weiteren Einnahmequellen will der Kämmerer Matthias Kleinschmidt eine Brücken-Maut einführen – mit Bezahlstationen an den Brücken von und nach Bommern und Herbede. Ein gewaltiger Proteststurm bricht aus. „Wegelagerei“ wird ihm vorgeworfen, aber auch: „Das ist doch ein alter Hut!“ Die Herbeder finden bei näherer Betrachtung aber Gefallen an der Idee. Beim anstehenden Neubau fordern sie dann aber gleich eine Ziehbrücke, mit Bedienung von ihrer Seite.

P olitik. Bei der Kür der Landtagskandidaten innerhalb der SPD sieht Mandatsträger Thomas Stotko seine Felle schwimmen. Kurz vor dem entsprechenden Parteibeschluss lehnt er eine Mitgliederbefragung doch noch ab. Begründung: Die werde doch nur von der Parteiführung manipuliert. Er schlägt ein ehrlicheres und gerechteres Verfahren vor. Er will im direkten Duell gegen die Mitbewerber antreten, im Ringkampf.

Wiesenviertel hebt ab

Q uartiersentwicklung. Das Wiesenviertel feiert endgültig seinen Durchbruch als Szene- und Avantgardeviertel. Filmemacher gründen hier die Neue Wittener Welle, erste Filmpreisverleihung im Klimbim. Beim fünftägigen Wiesenviertelfest gastiert Zirkus Roncalli auf dem Humboldtplatz. Die Kehrseite: Die Mieten schießen in die Höhe, Studenten können sich im Wiesenviertel kaum noch eine Bude leisten.

R umpelpisten. Deutschlands führende Autohersteller laufen Sturm. Nach der Runderneuerung der Straße Am Hang in Annen taugt diese nicht mehr als heimliche Teststrecke für ihre Geländewagen.

Foto: Walter Fischer

S pielpätze. Die Stadt schließt ohne Vorwarnung alle Kinderspielplätze, auch die gerade erst neu eingerichteten Mittelpunktspielplätze. Begründung: hoher Unterhaltungsaufwand, kein Ertrag und jetzt auch noch verstärkter Vandalismus. Immer häufiger trieben Sandkastenrocker dort ihr Unwesen.

U niversität. Die Uni Witten lädt in ihrer Reihe kritischer Geister Papst Franziskus zu einer Rede ein. Er sagt zu. Die politische Jugend in Witten ist entrüstet, dieses Mal die rechte. Der Papst habe auch Wladimir Putin und Fidel Castro schon einmal die Hand geschüttelt.

V erkehrsplanung. Weil gerade Fördermittel frei sind, baut die Stadt einen weiteren Kreisverkehr – auf der Waldkreuzung Speckbahn/Rauendahl-/Durchholzer Straße im Vormholzer Forst. Gesucht wird jetzt noch ein passendes Kunstwerk für die Platzmitte. Ein erster Vorschlag: ein röhrender Hirsch.

Neue Halden-Pläne

W irtschaft: Neues Kapitel im Wickmann-Krimi. Statt Berlet soll dort auf einmal Draco hinziehen. Von einem „Trostpflaster“-Deal für den Grundstücksbesitzer ist die Rede. Die Sache zerschlägt sich. Auf die schon hergerichtete Halde Annen soll ein Vergnügungspark kommen, mit Schachtbesichtigung. Zeche Nachtigall protestiert entschieden wegen Ideenklaus. Bei der Entwicklung der interkommunalen Gewerbeflächen in Heven (Erdebeerfelder) und Stockum (A 44) tut sich: nichts.

Z wiebelkirmes. Premiere bei Nr. 593. Die von der Sparkasse mitgesponserten roten LED-Leuchten sollen zum ersten Mal auf blau umgeknipst werden. Ähnlich wie bei einer „Happy Hour“, soll in Witten zu besonderen Anlässen das neue Format „Blaue Stunde“ gefeiert werden. Bei der Premiere streikt die Technik. Die Lampen leuchten gelb. Und alle sprechen von Kölsch-Gläsern . . .

Übrigens: Bei Vorhersagen besteht immer die Möglichkeit, dass es auch anders kommt. Die Redaktion übernimmt weder Haftung noch Gewährt. Wir bitten um Verständnis ...

Johannes Kopps

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2016-01-01 20:09
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