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Von Straußenvögeln, Geburtsfehlern und Juwelen

22.01.2016 | 14:50 Uhr
Von Straußenvögeln, Geburtsfehlern und Juwelen
Wittener Perspektiven: Neben dem Märkischen Museum entsteht der Büchereianbau. Auch mehrere Räume des Museums werden künftig anders genutzt.Foto: Thomas Nitsche

Um die Stadt-steht es weiter bedrohlich. Es hilft aber nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Trotzdem bewegt sich in Witten noch was.

Wem das Wohl unserer Stadt am Herzen liegt, der geht bisweilen durch ein Wechselbad der Gefühle. Vor der Finanzlage würde man ja am liebsten – doppelt hält besser – die Augen verschließen und dann den Kopf in den Sand stecken. Aber es hilft ja nichts, den Vogel Strauß zu machen oder sich die Zahlen schön zu rechnen.

Woher das Minus kommt

Dieser Vorwurf schwingt beim CDU-Antrag mit, die Stadt möge bei den Flüchtlingen keine Erstattungsquote einkalkulieren, die sie fordert, aber niemand versprochen hat. Es sind nicht nur Flüchtlingskosten, die Witten ins Minus bringen. Bei den Gewerbesteuern gab’s einen Einbruch. Die Beschulung von – unterm Strich – 800 Kindern aus Nachbarstädten kostet die Wittener 35 Punkte bei der Grundsteuer. Deshalb macht die Stadt die Schotten langsam dicht – frag nach auf dem Sonnenschein. Während in der Kernverwaltung Personal abgebaut wird, muss die Stadt es bei U3, Kitas und Jugendhilfe aufstocken oder hinzukaufen – Pflichtaufgaben. Gut, dass sie genau hinschaut, wo „Frühe Hilfen“ nötig sind. Auch das kostet. „Strukturell“, also durch die Zusammensetzung der Bevölkerung und die Wirtschaftskraft, fehlten Witten schon 7 Millionen Euro jährlich, bevor die Flüchtlinge kamen. Einen „Geburtsfehler“ des Stärkungspaktes nennt das der Kämmerer.

Stadt soll sich ehrlich machen

Wohlwollend betrachtet ist der CDU-Antrag nur die Aufforderung an die Stadt, sich ganz ehrlich zu machen, bevor Arnsberg einen Strich durch die Schönrechnung macht. Brisant macht ihn erst die Forderung, das zusätzliche Minus auch auszugleichen. Eine noch höhere Grundsteuer soll die Stadt doch bitte selbst vorschlagen.

Schöne Aussichten

Zurück zu gemischten Gefühlen: Strategisch klug erinnerte die Stadtspitze beim Haushalts-Gespräch mit Bürgern daran, dass Witten trotz allem noch was bewegt: Erschließung Drei Könige, Sanierung Brenschenschule und Bebbelsdorf, dazu von anderer Seite Gestemmtes wie eine Kita in Bommern oder das Gesundheitszentrum am alten Bahnhof Ost.

Dabei völlig zu Unrecht unterschlagen: der Bücherei-Anbau! Wem die Zahlen völlig aufs Gemüt schlagen, der sollte sich das mal anschauen. Angeflanscht ans Museum entsteht weit mehr als eine Bücherei: ein Lern-, Kultur- und Medienzentrum, ein Bürger-Treffpunkt. Dort wächst ein Juwel, an dem die Wittener viel Freude haben werden.

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2016-01-22 14:50
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