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Von Loch zu Loch

22.01.2010 | 18:53 Uhr
Von Loch zu Loch

Achtung, Schlagloch! Im Westen, pardon, in Witten nichts Neues. Der Frost hat noch einmal zusätzliche Löcher in den Asphalt gefressen. Die Ruhrstadt im Winter, ein Straßentest. Festhalten!

Wir starten in der Sprockhöveler Straße. Dort hat Väterchen Frost ganze Arbeit geleistet. Hinter der Eisenbahnbrücke beim Autohaus Ernst ist es besonders schlimm. Die Mitte der Fahrbahn ist völlig aufgerissen. Steinchen und größere Asphaltbröckchen liegen über die Fahrbahn verstreut. So mancher Autofahrer tritt erschrocken auf die Bremse. Denn hier poltert es ganz schön. Auch bei Tempo 30.

Ebenfalls ein Trauerspiel ist der Belag „Am Hang”, eine Straße, die ohnehin die vorderen Plätze der Schlaglochliste belegt. Die Schulkinder in den Bussen müssen sich gut festhalten. Denn unter den frischen Frostlöchern kommt das Kopfsteinpflaster wieder durch. Fahrgäste werden ordentlich durchgeschüttelt. Dabei rückte die Straßenmeisterei hier schon des Öfteren an.

„Manchmal ist es wirklich eine Sisyphusarbeit. An einigen Stellen halten die Reparaturen gerade mal eine Woche”, klagt Tiefbauamtsleiter Bruno Chwastek. Doch auch wenn die Straßenbauer wissen, dass ihre Arbeit oft nur vorübergehendes Flickwerk ist, müssen sie sofort handeln, wenn der Verkehr durch Frostschäden akut gefährdet wird. Zumal die Stadt sonst womöglich zur Kasse gebeten wird. Denn kommen Menschen oder Autos durch nicht beseitigte Mängel zu Schaden, sind Regressansprüche möglich. Chwastek: „Dazu muss aber eindeutig nachgewiesen werden, dass der Schaden wirklich durch defekte Straßen entstanden ist.”

Wenn es kalt wird, leiden Straßen und Bürgersteige besonders. Belastung, gefrierende Nässe und Erdbewegungen sind einfach zu viel für den Asphalt. Er bekommt Risse und Löcher. Gehwegplatten werden durch das darunter gefrorene nasse Erdreich nach oben gedrückt, wahre Stolperfallen tun sich auf. „Zumindest die Gehwege sind aber wieder einigermaßen in Ordnung”, versichert der Tiefbauamtsleiter. Wenn sich der Frost verzieht, löst sich das Problem an einigen Stellen von selbst. Die Platten senken sich wieder.

14 Straßen – darunter Steinhügel, Marktweg und Pferdebachstraße – sind im Moment besonders frostgeschädigt. Die Stadt kontrolliert häufig befahrene Abschnitte derzeit öfter, laut Tiefbauamt bis zu zweimal pro Woche, um schnell reagieren zu können.

Die Brummis belasten den Belag um ein Vielfaches. „Eine Lkw-Achse beansprucht die Straße so stark wie 80 000 Pkw”, erklärt Bruno Chwastek. Das kann gerade heikel für Radfahrer werden. Löchrige Überraschungen lauern etwa auf dem Radstreifen der Crengeldanzstraße.

Normalerweise wird Heißasphalt für die Reparatur genommen. Doch der kann nur bis zu fünf Grad verarbeitet werden. Alternativ wird dann Kaltasphalt verwendet, der ist aber bei weitem nicht so belastbar. Also sind die Schäden schnell wieder sichtbar. Wie an der Rüdinghauser Straße, wo sich Loch an Flicken reiht. Bei neueren Asphaltdecken wie an der Bahnhof-/Ecke Bergerstraße sind die Schäden geringer, da wurde nach neuesten Standards gebaut.

Allein für die Frost-Reparaturen gehen jedes Jahr bis zu 200 000 Euro des knapp eine Million Euro umfassenden Etats für die Straßen drauf – ein Tropfen auf den kalten Stein. Wo der Asphalt wie an der Sprockhöveler Straße bröckelt, spritzen die kleinen Steinchen regelrecht auf den Gehweg. Da hilft nur noch: Fegen an der Buckelpiste.

Melanie Schreiber

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