Von der Lippe scherzt unter der Gürtellinie

Foto: imago/Sascha Ditscher
Der Entertainer und Moderator war zu Gast in der Werkstadt in Witten. Eine Auswahl seiner besten Witze

Witten..  „Wie oft sehe ich einen Menschen und denke mir: Mein Gott, sieht der scheiße aus! Und dann lacht der plötzlich und man denkt sich so: ach, guck...“ Schenkt man ihm Glauben, dann wird Jürgen von der Lippe sein Publikum in der Werkstadt nicht für allzu hässlich mehr befunden haben können. Häufiges Lachen, bitte auch „zeitnah“: Ja , damit konnten sich die Besucher seiner Lesung im fast ausverkauften Saal arrangieren.

Männer beim Höhepunkt

Die „strahlend weißen Zahnreihen im Gegenlicht der Bühnenscheinwerfer“ dürfte er gleich innerhalb der ersten Minuten gesehen haben, als er für seine grunzend-grölende Imitation der Grönemeyer-Lachlaute Beifall bekam. Menschen in vollkommener Ekstase, die kann von der Lippe auch selbst herrlich nachahmen. Wie gucken Männer eigentlich beim Höhepunkt? Weit aufgerissener Mund, Blick ins Leere. „Wie Goofy beim Auspacken der Weihnachtsgeschenke“. Die Herren im Saal muss von der Lippe gleich mal vertrösten. „Tut mir Leid, Ihre Partnerinnen brauchen jetzt noch eine Woche bis sie das Bild vergessen haben.“

Und damit wären wir auch bei seinem Spezialgebiet: Schlüpfrige Beziehungsanekdoten und kleine Scherze unter der Gürtellinie, die er teils mit liebevollem Unschuldsblick serviert. Klar, dass auch sein Buch „Beim Dehnen singe ich Balladen“ („Ist das witzigste Buch im Moment – weltweit!“) davon strunzt. Die ausgewählten Kurzgeschichten und Glossen, die er in der Werkstadt zum besten gibt, jedenfalls zeugen davon.

Den Witz erfinden

Da wäre etwa Gott, der in von der Lippes eigener Fortführung des Buches Genesis den Witz erfinden will und Adam und Eva seine ersten Versuche vorträgt: „Adam, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die gute Nachricht ist: Du bekommst ein Gehirn und ein Geschlechtsteil. Die schlechte: Du kannst nicht beides gleichzeitig benutzen.“

Eine andere Geschichte ist ein Sammelsurium ungewöhnlicher Patienten, die zum Arzt kommen: Einer beschwert sich über drei Ameisen, die er im Stuhl gefunden habe. Ein anderer, kurz vorm Rande des Nervenzusammenbruchs, hält sich – nicht nur aufgrund des sehr langen Gesichts – für ein ständig wieherndes Pferd. Keine große Kunst für einen Psychiater, den wieder zu besänftigen: „Ruhig, Brauner!“

Ballermann bekommt neue Bedeutung

Und dann wäre da noch die Geschichte über den Angeklagten, der bei der Großwildjagd auf Mallorca – „da bekommt das Wort Ballermann eine ganz neue Bedeutung“ – einen anderen Mann anschoss, den er für eine verwilderte Hausziege hielt.

Die besten Geschichten aber sind so herrlich absurd, dass man sie in voller Länge genießen muss. Nicht zuletzt wegen der meist ungewöhnlichen und vollkommen unverhofften Wendungen zum Schluss. Um die Zeit bis zur nächsten Lesung oder zum Gang in die Buchhandlung zu überbrücken, hier auf die Schnelle noch ein paar Kannibalen-Witze aus einer der zahlreichen Zugaben: „Was ist für den Kannibalen ein Holländer mit Pfeil im Rücken? Ein Käsehäppchen.“ Oder: „Wie nennen Kannibalen Demonstrationen? Menschenaufläufe.“ Und zu guter Letzt: „Wie nennt ein Kannibale eine frigide Frau ohne Busen? Kalte Platte.“

Polizist auf Streife(n)

Zitat: „Wie nennt man einen Polizeibeamten, der nur einmal pro Woche Wäsche wäscht? Streifenpolizist!“