Von der Kneipe zur Kindertagesstätte

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Ein Leben in einer anderen Straße können wir uns eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Wir wohnen seit 1961 hier -- in Sichtweite des Freibades. Meine Frau Erika ist hier sogar aufgewachsen, nur ein paar Häuser weiter. Da war damals noch ein kleiner Tante-Emma-Laden.

In unserem Haus war früher eine Kneipe, zum Schluss hieß sie „Zum Freibad“. 1981 machte sie dicht. Jetzt gibt es bei uns im Erdgeschoss die Kindertagesstätte „Kleine Racker“. Im Laufe der Jahrzehnte ist hier an der Straße sehr viel gebaut worden. Somit ist die Parkplatznot richtig groß. Besonders im Sommer, wenn das Bad geöffnet ist. Da wollen die Gäste am liebsten auf der Liegewiese parken. Obwohl oben am Schwedenheim ein großer Parkplatz ist. Früher waren wir regelmäßig im Freibad. Aber jetzt sind wir nur noch Zaungäste.

Ein großes Problem ist der Autoverkehr. Am meisten stört der Lärm. Da hilft auch der neue Flüsterasphalt nicht viel. Seitdem nebenan die Steinbachstraße verkehrsberuhigt wurde, fährt jetzt nämlich jeder auf der Herdecker. Nur für die dicken Brummis ist die Durchfahrt verboten. Hier ist zwar eine 30er Zone, aber kaum jemand hält sich daran. Einmal im Jahr hält allerdings auch bei uns ein großer Lkw vor der Haustür. Da kommt Öl.

Aber das ist kein Heizöl, sondern frisch gepresstes Olivenöl aus Griechenland. Das bringen die Kinder mit.
Erika und Karl Kelterbaum, beide 76