Von Aids bis Zivildienst
19.02.2010 | 17:12 Uhr 2010-02-19T17:12:00+0100
Die Quabed hat den "Beratungsführer Soziales" neu aufgelegt. Das Heft weist Bürgern den Weg zu Krabbelgruppen, Seniorenreisen oder Jugendtreffs.
Viel hat sich getan in den letzten Jahren in der Stadt, viele neue Angebote sind entstanden, nicht zuletzt dank des Projekts „Soziale Stadt Annen”. Und deshalb musste auch der „Beratungsführer Soziales. Hilfen in Witten und Witten-Annen” neu aufgelegt werden – ein über 70 Seiten starkes Heft im handlichen Format mit Informationen, deren Bandbreite von Aids bis Zivildienst reicht.
Ein kleines Jubiläum feiert das Heft mit den blauen Seiten. Vor zehn Jahren hat die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Ennepe-Ruhr (Quabed) den ersten Beratungsführer zusammengestellt. Anfang 2007 erschien der zweite und nun eben Nummer drei. In akribischer Kleinarbeit haben Reinhard Pach und Niklas Schmidt von der Quabed sämtliche Adressen, Telefonnummern sowie Namen von Ansprechpartnern auf den aktuellen Stand gebracht.
Frisch gebackene Eltern erfahren zum Beispiel, welche Kirchengemeinde Krabbelgruppen anbietet. Arbeitslose bekommen Informationen über Möglichkeiten der Weiterbildung. Und ein Sonderteil richtet sich ganz gezielt an Senioren. Hier geht es um Essen auf Rädern, um Freizeiten und Reisen, um Sport und Pflege. Aber auch junge Leute finden hier wichtige Daten, etwa übers Jugendcafe´ Famous an der Annenstraße, das vor rund einem Jahr eröffnet wurde. Hilfe bei der Suche bietet das übersichtliche Schlagwortverzeichnis gleich auf Seite 3.
Der Beratungsführer richtet sich natürlich vor allem an die Bürger. Aber er sei auch ein Standardwerk für jeden, der im Gesundheits- oder Sozialbereich arbeite, sagt Quabed-Geschäftsführerin Marion Schmitt. Und weil sonst immer viel gejammert werde, betont sie – mit Verweis auf neue Einrichtungen wie die Familienzentren oder das Stadtteilbüro – noch einmal die positive Entwicklung in Annen: „Unser Sozialsystem ist gewachsen.”
Möglich machte den Beratungsführer das Förderprogramm „Stärken vor Ort” des Bundesministeriums und des Europäischen Sozialfonds. Überhaupt können dank dieses Fördertopfs Mikroprojekte realisiert werden, die sonst gar nicht machbar seien, freut sich Schmitt. So plane sie gerade unter dem Titel „Pool is cool” eine Zusammenarbeit mit dem Billardclub Crengeldanz, über die Jugendliche auf unkonventionelle Weise erreicht werden sollen.
Auch Petra Klein, Leiterin des Projekts „Soziale Stadt Annen”, freut sich über das blaue Heft: „Es gibt so viele Angebote, aber keiner weiß genau, was.” Und vor allem: wie diese Angebote dann auch die sozial belasteten Zielgruppen erreichen können. Klein: „Hier kriegen die Menschen was an die Hand und brauchen keine Angst zu haben, dann auch zu kommen.”
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