Von acht bis 80
08.06.2009 | 07:00 Uhr 2009-06-08T07:00:00+0200In grauem Jackett, schwarzer Anzughose und roter Krawatte gehen 32 Männer der Reihe nach auf die Bühne. Sie stellen sich zurecht, atmen tief ein und fangen an zu singen: „Wer angelt sich den dicksten Fisch? . . . der Tunichtgut . . . doch jedes Mädchen hat ihn gern.”
Der Dirigent hebt rhythmisch die Hände, die Herren halten die Töne, singen synchron und so laut es geht.
Die Hattinger Sängervereinigung ist einer der zwölf Chöre und Instrumentalgruppen, die in der Aula der Gesamtschule Welper auftreten. Die Sängerinnen und Sänger stimmen Lieder an wie „Die Rose” von Gerd Sorg oder „Freunde in aller Welt” von Fritz Greis.
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Kreis-Chorverbands Ennepe-Ruhr Nord (früher Sängerkreis Witten-Hattingen) treten Damen- und Herrenchöre, gemischte sowie Kinder- und Jugendchöre auf. „Wir sind acht bis achtzig Jahre alt”, sagt Barbara Bellenberg von der Instrumentalgruppe Quodlibet. Vor rund 300 Zuhörern geben alle Chöre und Musiker ihr Bestes.
Das Publikum klatscht und summt mit. Vorweg gab es schon reichlich Glückwünsche zum 75. Geburtstag – von Landtagspräsidentin und Schirmherrin Regina van Dinther und Landrat Armin Brux. Der Präsident des Chorverbands NRW, Hermann Otto, appelliert an die Familien: „Viele kennen die schönsten Kinderlieder nicht mehr”, bedauert er, „Kinder und Eltern sollten wieder Singen lernen.” Unter den Gästen: Wittens stellvertretender Bürgermeister Heinz-Jürgen Dietrich.
So gehen die Chöre mit gutem Beispiel voran, singen Wander- und andere Volkslieder. Gerd Marske (77) und Dieter Seifert (68) vom RWE Chor Hattingen Winz-Baak mögen die Chorgemeinschaft und haben großen Spaß am Singen. Deshalb sind sie seit 24 und 50 Jahren Mitglieder. So wie sie teilen alle Gäste die Freude am Singen und Zuhören heiterer Gesangsstücke.
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