Vogelmutter pfeift auf Auszeichnung
31.05.2012 | 16:18 Uhr 2012-05-31T16:18:00+0200
Bochum/Witten. Um den Westfälischen Tierschutzpreis gibt es Ärger. Ausgezeichnet werden sollte in diesem Jahr die Wittenerin Christa Griese, die sich seit Jahrzehnten um die Aufzucht und Auswilderung zahlloser Jungvögel verdient gemacht hat. Doch sie lehnte den Preis ab.
Nachdem sich Christa Griese (56) über den Bochumer Verein „Tiere in Not“, der den Preis verleiht, näher informiert hatte, lehnt sie die Auszeichnung ab. Der Verein aber kontert: „Es ging mal wieder ums liebe Geld.“
Seit rund 35 Jahren kümmert sich Christa Griese schon um die Aufzucht und Wiederauswilderung von Wild- und Gartenvögeln sowie Igeln. Eine unglaubliche Arbeit, die einen engagierten Einsatz fordert: Jungvögel müssen manchmal im Zweistundentakt rund um die Uhr gefüttert und versorgt werden. Ein Einsatz, der - und nun nähern wir uns so langsam einem der Streitpunkte - auch Geld kostet. Christa Griese: „Im Durchschnitt brauche ich allein für Futter pro Monat 500 Euro.“
Das Geld treibt sie auf, um vor allem der Wittener Vogelbrut zu helfen, die von Findern, Polizei und Feuerwehr bei ihr abgeliefert wird. Zu den Wittener Vögeln gesellten sich im letzen Jahr, so Christa Griese, aber auch rund 70 bedürftige Vogelkinder aus Bochum, die der dortige Verein „Tiere in Not“ seiner „ehrenamtlichen Leiterin der Wildvogel- und Igel-Auffangstation“ ins Haus brachte.
„Ich habe dem Verein die Rechnung über die Futterkosten vorgelegt und vorsichtig angefragt, ob er die 150 Euro wohl übernimmt.“ Das lehnte der Vorstand ab, offenbar auch recht unzweideutig, und das gegenseitige Verhältnis der Tierschützer gewann nach und nach an Biss.
Bürgermeisterin wurde wieder ausgeladen
Es endete damit, dass Christa Griese die Bürgermeisterin, die den Preis Mitte Juni verleihen sollte, wieder auslud und den seit 2002 ausgelobten undotierten Westfälischen Tierschutzpreis ablehnt. „Wir bedauern das sehr“, so der Geschäftsführer von „Tiere in Not“, Gerhard Kipper. „Es ist zu einem Zerwürfnis gekommen, es wurde leider viel schmutzige Wäsche gewaschen. Doch finanzielle Forderungen, die von Privatleuten an den Verein gestellt wurden, können wir nicht erfüllen.“
Nun sei „der Drops gelutscht“, auch der Verein will inzwischen von einer Preisverleihung Abstand nehmen. Denn Christa Griese macht den Bochumern unter anderem zum Vorwurf, Kooperationspartner des bundesweit aktiven Bundes Deutscher Tierfreunde zu sein, der wegen sehr nachdrücklicher Spenden- und Spenderanwerbung in die Kritik geraten ist und teilweise mit Sammelverboten belegt wurde. Griese: „Von einem solchen Verein will ich keinen Preis.“
„Ich habe auch ein Herz für diese Vögel, aber nicht das Geld.“
Der Bund Deutscher Tierfreunde fiel unter anderem durch ein Sammlungsverbot in Rheinland-Pfalz auf . Es wurde ausgesprochen, weil über ein Drittel der 2007er Spenden in Höhe von 2,7 Mio Euro an eine Marketingagentur flossen, die maßgeblich von früheren Gründungsmitgliedern des Vereins getragen wurde. In NRW sind Sammlungen nicht genehmigungspflichtig.
Gerhard Kipper („wir haben uns nichts vorzuwerfen“) lobt weiterhin das Engagement der Wittenerin, gibt jedoch keine Bochumer Vogelkinder mehr an sie weiter. „Unser Haupteinsatz gilt den Katzen, dafür erhalten wir Spenden“, sagt er. „Ich habe auch ein Herz für diese Vögel, aber nicht das Geld.“
14:52
..bravo! Die Auszeichnung von Tiere in Not Bochum abzulehnen, finde ich gut! GF Kipper beruft sich darauf, dass er Spenden für Katzen bekommt, hah! Ja, so ist er! Wer weiß denn schon, wo er überall das Geld verteilt?