Visite bei Dr. Talia
25.06.2009 | 13:48 Uhr 2009-06-25T13:48:00+0200
In Reih und Glied stehen sie da, halten ihre Hände und warten. Große Menschen in weißen Arzt-Zweiteilern huschen vorbei, lächeln die Kinder der Awo-Kita Schellingstraße an, verschwinden hinter Türen. Und dann öffnet sich eine dieser Türen der Zahnklinik auch für sie.
Ein bisschen unentschlossen folgen Lara, Eslem, Christian und die anderen den Zahnmedizinstudentinnen Linda Arnold und Stefanie Lutz in den Behandlungsraum. Der wird fast ganz von einem hochmodernen Zahnarztstuhl mit allen Drum und Dran ausgefüllt. „Na, wer will sich da mal reinlegen?”, fragt Linda Arnold. Nur zögerlich gehen die Finger nach oben. Eslem traut sich. Und als der Stuhl per Knopfdruck hoch und runter fährt, macht sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht breit.
Doch der Renner ist der Absauger. „Wer will denn mal das Wasser aus dem Becher saugen?”, will Stefanie Lutz wissen – und kann sich vor „Ich”-Rufen kaum retten. Es ist aber klasse, wie das ganze Wasser in Windeseile in dem zischenden Instrument verschwindet. Wie man den Becher wieder auffüllt, hat Lilli schon längst drauf. Einfach den Knopf drücken – und schon läuft es.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Zahnklinik Kindergartenkinder einlädt. Diesmal ist neben der Kita Schellingstraße auch der Hui-Kinderkeller zu Gast. Die Idee ist, den Kindern die Angst vor dem Zahnarztbesuch zu nehmen und ihnen spielerisch und ganz in Ruhe zu erklären, was ein Zahnarzt so macht.
Und ein Zahnarzt schaut nunmal in den Mund. Can sieht schon fast wie ein Profiarzt aus, als er mit Mundschutz und Plastikhandschuhen Eslem untersucht – natürlich mit dem „Spiegel am Stiel”, den Zahnärzte so benutzen. Das mit dem richtigen Gurgeln klappt nachher nicht so richtig. Christian und Deniz spucken das Wasser lieber direkt ins Becken. Noch etwas, was man nur beim Zahnarzt darf – oder zuhause nach dem Zähneputzen. Außerdem kann Lilli dann schneller wieder Wasser nachfüllen.
Irgendwann haben sie alle Knöpfe ausprobiert, jeder durfte mal saugen, und wer wollte, konnte auch Probe liegen. Nur den Bohrer, den haben Linda Arnold und Stefanie Lutz heute weggelassen. „Das hat Spaß gemacht”, sagt Lara. „Ich wäre später auch gerne mal Arzt.” Und welcher? „Zahnarzt!”
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