Viel Tralala drumherum

In der Stufe 13 herrschte Hochstimmung: Letztlich investieren wir mehr Zeit in die Planungen rund ums Abitur als für die Prüfungen selbst. Wir verstanden uns ziemlich gut, was in üppiger Gruppenaktivität gipfelte: etwa in einer Abi-Fahrt nach Ungarn (nach gefühlt 36-stündiger Busfahrt wurde in Pfadfinderjurten gezeltet), im Erstellen der Abi-Zeitung und -Bekleidung, der Party in der Zeche Bochum und dem schicken, aber langweiligen Abi-Ball. Das grüne Kleid, fällt mir da ein, hängt bis heute in meinem Kleiderschrank.

Am Tag der Schulhoffete fand kein Unterricht statt: Die Treppenhäuser hatten wir voll Luftballons und gefüllter Wasserbecher gestellt, niemand kam rein. Das Projekt, das Gebäude im Christo-Style mit Bauplanen zu verhüllen, scheiterte – lag wahrscheinlich am billigen Dosenbier, dessen Konsum wir am Vorabend begonnen hatten.

Statt zur Lehrtätigkeit wurden die Pädagogen zu einer Spielshow auf dem Schulhof verpflichtet. Wie die Unterstufen-Schüler da mit einer Mischung aus Entzücken und Entsetzen auf die Bühne blickten, weiß ich bis heute. Allerdings stand ich mit auf der Bühne...

Susanne Schild, 39, Abitur 1996, Schnitt 2,5, seit 1996 freie Mitarbeiterin bei der WAZ, seit 2004 angestellt.