Viadukt e.V. hat jetzt einen dritten Standort

Im Konferenzraum des neuen Viadukt-Hauses an der Bergerstraße: Geschäftsführerin Barbara Dieckheuer (li.) und Assistentin Elke Thissen.
Im Konferenzraum des neuen Viadukt-Hauses an der Bergerstraße: Geschäftsführerin Barbara Dieckheuer (li.) und Assistentin Elke Thissen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Verein, der psychisch kranke Menschen unterstützt, hat jetzt drei Standorte an Ruhr- und Bergerstraße. Zuletzt wurde ein altes Wohnhaus renoviert.

Witten..  Der Bereich rund um die Kreuzung Ruhr-/Bergerstraße entwickelt sich immer mehr zum „Viadukt-Viertel“. Denn der Verein, der psychisch kranke Menschen so unterstützt, dass stationäre Aufenthalte möglichst vermieden werden, ist dort in mehreren Gebäuden vertreten. Zuletzt hat er das Haus an der Bergerstraße 7 gekauft.

Dort freuen sich nun die Mitarbeiter des Ambulant betreuten Wohnens über viel Platz und helle Zimmer. Sie hatten vorher an der Kronenstraße in Heven ihre Büros, die bei inzwischen 23 Mitarbeitern aber längst aus allen Nähten platzten, so Elke Thissen, Assistentin der Geschäftsführung. Der Kauf des Hauses an der Bergerstraße bot sich auch deshalb an, weil es nach hinten ein kleines Stück Grundstücksgrenze mit der alten Villa an der Ruhrstraße 72 gemeinsam hat. Sie ist quasi das „Mutterhaus“ des Viadukt-Vereins, den es seit über 30 Jahren in Witten gibt. Dort befinden sich die Tagesstätte sowie die Kontakt- und Beratungsstelle. Über den Garten besteht ein direkter Zugang zum neuen Domizil.

2013 schon hatte Viadukt-Geschäftsführerin Barbara Dieckheuer mitgekriegt, dass die Besitzer, das Ehepaar Nowak, ihr Wohnhaus von 1902 verkaufen wollen. Bis die Nutzungsänderung bei der Stadt durch war – das habe gedauert. Auch die Stiftung Wohlfahrtspflege bewilligte die Förderung erst im November 2014. Am 1. Januar 2015 begannen die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Letzten Sommer war das dann barrierefreie Haus wieder bezugsfertig.

Beratungsbüros und Gruppenräume verteilen sich auf zwei Etagen und etwa 320 m². Ein dritter Standort befindet sich übrigens an der Ruhrstraße 64. Wo vorher ein kleines Küchenstudio war, gibt es nun den Treff Ü65 für psychisch kranke Senioren und im gleichen Haus das Angebot „Flips“ für die Kinder psychisch kranker Eltern.

Weil der Bedarf aber stetig wächst – „psychische Erkrankungen sind inzwischen Volkskrankheit Nummer eins“, sagt Elke Thissen – wird Viadukt sich bald wieder erweitern: Gerade sei die Zusage der Stiftung über 404 000 Euro für einen Neubau gekommen, freut sich Barbara Dieckheuer. Der soll ab dem Sommer auf dem Grundstück der alten Villa entstehen – mit einem großen Malraum statt des alten Containers im Garten.