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Pfusch am Bau

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

18.02.2010 | 10:43 Uhr
Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

Bei der Bekämpfung von Korruption und Bau-Pfusch sieht sich die Stadt Witten gut aufgestellt. Ein Desaster, wie es gerade beim Bau der Kölner U-Bahn bundesweit Wellen schlägt, ist laut Stadtsprecher Jochen Kompernaß hier undenkbar, denn „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.”

Nach dieser altbekannten Devise werden, so Kompernaß, „städtische Aufträge sehr detailliert ausgeschrieben und deren Umsetzung vor Ort kontrolliert.” Regelmäßig seien die städtischen Bauleiter auf ihren jeweiligen Baustellen – wie etwa bei der Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes – unterwegs. Und um die Effizienz der Kontrollen zu verstärken, rückten sie immer zu unterschiedlichen Zeiten dort an.

Vorbeugung werde in Witten schon lange großgeschrieben, so der Stadtsprecher. Nach einem bundesweiten Skandal um Korruption bei Fahrbahnmarkierungen sei bereits 1996 in Witten die Projektgruppe „Aufklärung und Information” gegründet worden. Alle Stadtmitarbeiter seien damals verpflichtet worden, an einem Antikorruptionsseminar teilzunehmen.

Was ist Korruption? Wie entsteht sie? Wie kann ich mich dagegen wehren? Das waren nicht nur damals brennende Fragen, sondern mit ihnen können sich Mitarbeiter auch heute an die Antikorruptionsbeauftragte beim Rechtsamt wenden. Eine Stelle, die in eben jenem Jahr 1996 in Witten eingerichtet wurde.

An Skandalfälle beim Bau öffentlicher Einrichtungen in Witten kann sich der Stadtsprecher in seiner langen Amtszeit nicht erinnern.

Eher einen Sturm im Wasserglas verursachte unlängst an der Rathaus-Bushaltestelle das Sicherheitsglas, dem die entsprechende Zertifizierung gefehlt hatte. „Uns war seitens des Herstellers versichert worden, dass es sich auch ohne Stempel um zertifiziertes Sicherheitsglas handelt. Darauf muss man sich eigentlich verlassen können”, so Kompernaß. Die stempellosen Scheiben seien zügig ausgetauscht worden. Und zwar, ohne dass der Stadt dabei Kosten entstanden seien.

Michael Vaupel

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Kommentare
18.02.2010
23:17
Vertrauen ist gut, Kontrolle besser
von Korrektor | #2

Dass die Stadt Witten keinen Einfluss auf die Abwicklung des Baus der Stadtgalerie hatte ist nicht richtig. Die Stadt ist in rechtlichem Sinne die Bauaufsicht und das Verfahren ist durch die entsprechenden Gremien begleitet worden.

18.02.2010
19:19
Vertrauen ist gut, Kontrolle besser
von Peter Pass | #1

Also, Herr Kompernaß.....
zwar ist es die Hauptaufgabe eines Stadt-Sprechers, die Meinungen der Stadtverwaltung oder des Rates möglichst nachvollziehbar und ohne Konfliktpotential einem großen Teil der Bevölkerung nahezubringen. Was Sie auch (Respekt !!!) mit großer Gelassenheit zumeist schaffen.
Aber was diesen im Bericht als Sturm im Wasserglas abgestempelten Fall mit den Gläsen in der Rathaus-Haltestelle betrifft, so lach ich mich bald schlapp.
Käär, wirklich JEDER Bauherr achtet gerade bei Glasbauteilen auf die STETS angebrachten Zertifizierungen des Glases und verlässt sich nicht auf irgendwelche Aussagen des Lieferanten. Wenn denn beim Austausch der Kommune keinerlei Kosten entstanden sind, kann man da eher von Glück reden als von ausreichender Bau-Aufsicht, oder?
Und genau an DEM Punkt könnte man jetzt mal anfangen mit GRÜBELN !!!
Wie war´s denn mit den Großbaustellen untere Ruhrstraße oder dem Saalbau-Parkdeck? Das war doch Chaos PUR. Und bei beiden Baustellen traf man sich im Nachhinein vor Gericht. `Ne VERNÜNFTIGE Bauaufsicht und Fortschrittsverfolgung sieht ja nun wirklich anders aus.
Aber warten wir´s mal ab, was bei den nächsten Projekten, die unsere Kommune zu verantworten hat, abgeht: vielleicht hat man ja ein klein wenig dazu gelernt. Vielleicht gar beim Bau der Stadt-Galerie. Der lief nämlich schnell, zügig und korrekt - aber ich vergaß: da hatte die Stadt Witten ja auch keinerlei Einluss drauf
*grins*

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