Verschmitzt und fröhlich mit über 100

Therese Jüngling aus Witten Annen wird am Samstag, 13. Juni, 101 Jahre alt.
Therese Jüngling aus Witten Annen wird am Samstag, 13. Juni, 101 Jahre alt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Therese Jüngling wird heute 101 Jahre alt. Sie genießt ihr Leben: Spielt Klavier, dichtet und singt

Witten..  Ihren 101. Geburtstag feiert heute Therese Jüngling aus der Droste- Hülshoff-Straße in Annen. Die rüstige Jubilarin wurde im Jahr 1914 Lessingstraße geboren. Ihr ganzes Leben lang ist sie der Ruhrstadt treu geblieben. Sie fühlt sich als Wittener Urgestein meinte sie verschmitzt.

Nach dem Abitur auf dem Schiller-Lyzeum wurde sie Zahntechnikerin und Dentistin. 1940 heiratete sie ihren Mann Gustav Walder – den Vater ihrer drei Söhne. Später hatte sie noch einen vierten Jungen unter ihren Fittichen – ihren Adoptivsohn. „Gustav ist schon lange tot und mein zweiter Mann Robert leider auch“, meint die Jubilarin nachdenklich. Mit Robert verband Therese Jüngling eine wirklich große Liebe. „Uns kann niemand und nichts trennen. Auch heute nicht“, betont die Seniorin ausdrücklich.

Nachts kommen ihr Melodien in den Kopf

Familie war der Jubilarin immer wichtig: „Aber ich war keine Glucke. Bei uns wurde immer über alles geredet. Über Dinge, die gingen oder eben nicht gingen.“ Ihr großes Hobby war zeitlebens die Musik. Wenn sie Lust hat, spielt sie täglich auf ihrem Klavier. „Manchmal stehe ich auch mitten in der Nacht auf, wenn ich nicht schlafen kann. Dann fallen mir Melodien und auch Texte ein“, schwärmt sie. Meistens spielt sie ohne Noten. Für die Noten braucht sie im Alter allerdings eine Brille. Außerdem dichtet das Geburtstagskind liebend gerne lustige Verse:„Es war einmal ein Schwein – ein dickes. Das wünschte sich ein Kleid – ein schickes.“

Therese Jüngling lebt noch ganz allein in ihrer hübschen Wohnung. Regelmäßig kommt eine Putzhilfe fürs Gröbste. Zum Essen geht sie in das benachbarte Altenzentrum. Die Menschen dort findet sie alle sehr nett – vom Koch bis zur Kellnerin. Als Dankeschön setzt sie sich auch dort gerne einmal ans Klavier. „Früher haben wir Sitztanzen gemacht. Aber dazu haben die alten Leute keine Lust mehr“, schüttelt sie den Kopf.

Die schlechten Dinge einfach vergessen

Sie erinnert sich gerne an die schönen Dinge des Lebens. „Die schlechten muss man vergessen, die machen krank.“ Ihr Rezept für hohes Alter: „Jeden Tag leben und erleben.“ Zum Abschied singt sie mit fester Stimme das Steigerlied „Glückauf“. Mit dem Rollator trippelt sie zur Haustür, um den Gast zu verabschieden.