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Verkaufsoffene Sonntage in Witten in Gefahr

04.02.2016 | 20:37 Uhr
Verkaufsoffene Sonntage in Witten in Gefahr
Die Wittener Bahnhofstraße an einem verkaufsoffenen Sonntag im Mai: Ob es das Angebot auch in diesem Jahr viermal in der City gibt, ist noch offen.Foto: Walter Fischer

Witten.   Ein Gerichtsurteil verschärft Ausnahmen bei verkaufsoffenen Sonntagen: nur noch zu Festen, die selbst Publikumsmagnet sind. Innenstadthändler in Witten sind nun in Sorge.

Innenstadthändler in Witten schauen derzeit gespannt nach Leipzig, wo das Bundesverwaltungsgericht sitzt. Dessen Richter haben jetzt in einem Urteil über die Zukunft der verkaufsoffenen Sonntage entschieden. Die Auswirkungen könnten auch Witten treffen. Vielleicht stehen bald einige dieser Sonntage auf der Kippe.

Denn Läden sollen sonntags nur noch öffnen dürfen, wenn es einen konkreten Anlass dafür gibt, für den die Menschen ohnehin das Zentrum oder die Stadtteile besuchen würden. Darunter fällt etwa die Zwiebelkirmes oder der Advent. Fraglich ist, ob die Läden in der Stadtmitte künftig an zwei zusätzlichen Sonntagen öffnen dürfen. „Wir können keinen solchen Anlass schaffen, der muss bereits da sein“, sagt Karl-Dieter Hoeper, Vorsitzender der Standortgemeinschaft Witten-Mitte. Am bereits beschlossenen 20. März wollen die Händler aber festhalten und die Kunden wie gewohnt von 13 bis 18 Uhr empfangen.

Folgen des Urteils noch unklar

Welche Folgen das Gerichtsurteil haben wird, ist unklar. Noch fehlt dessen schriftliche Begründung. „Wir wollen die Anzahl unserer verkaufsoffenen Sonntage halten“, sagt Stadtmarketing-Geschäftsführerin Inge Nowack. „Aber wir müssen gesetzeskonform sein. Wenn also eine Veranstaltung dem Urteil widerspricht, dann werden wir reagieren.“ Derzeit gehe sie davon aus, dass Geschäfte zu Traditionsfeiern wie dem Frühlingsvolksfest in Witten-Annen, dem Oktoberfest in Herbede oder zur Zwiebelkirmes öffnen dürfen. Zunächst gelte aber, was der Rat bereits beschlossen hat. So wird etwa Ostermann an diesem Sonntag in Rüdinghausen seine Waren verkaufen dürfen.

Der Einzelhandelsverband Südwestfalen geht davon aus, dass Witten und andere Städte die Zahl ihrer verkaufsoffenen Sonntage halten können. Die Kriterien würden sich wohl am früheren Ladenschlussgesetz orientieren, das Messen, Märkte oder Feste als Ausnahmegrund verlangt. „Die meisten Veranstaltungen in der Region entsprechen bereits diesen Kriterien“, sagt Sprecherin Karina Brühmann.

Gewerkschaft Verdi begrüßt das Urteil

Die Gewerkschaft Verdi, die das Urteil vor dem Bundesverwaltungsgericht erstritten hat, begrüßt die Entscheidung. „Das Urteil hat klargestellt, dass ein Frühlingsfest mit Torwand nicht ausreicht“, sagt Gewerkschaftssekretär Mario Schmidt. „Die Sonntagsöffnung führt zu einer unerträglichen Mehrbelastung der Beschäftigten im Einzelhandel.“ Verdi sehe sich durch das Bundesverwaltungsgericht in dieser Position bestätigt.

Oliver Kühn

Kommentare
08.02.2016
13:05
Was ist denn liebe Leute mit folgenden Arbeitnehmern,
von vomDach | #6

die am Sonntag arbeiten müssen!
Polizisten, Ärzte, Krankenschwestern, Stahlwerkern, Busfahrer, Piloten und noch viele mehr. Sind die...
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2016-02-04 20:37
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