Verbraucherzentrale: Wittener danken Beratern mit Blumen

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Die Verbraucherzentrale in Witten hat in den ersten zwei Monaten 558 Ratsuchenden geholfen:Von der Handyabzocke bis zur Pannenreise.

Witten..  „Telefon-Abzocke, undurchsichtige Handy-Verträge -- zu Problemen rund um die Telekommunikation werden wir besonders häufig gefragt“, sagt Alexandra Kopetzki, Leiterin der EN-Verbraucherzentrale in Witten. Seit rund zwei Monaten ist das Büro in der ehemaligen Güterhalle des Hauptbahnhofs für die Bürger geöffnet. Insgesamt 558 Verbraucher ließen sich in dieser Zeit beraten. 361 schauten persönlich vorbei, die anderen meldeten sich schriftlich oder telefonisch.

„Die meisten Kunden kamen aus Witten, aber wir hatten auch Ratsuchende aus den umliegenden Städten wie Wetter und Hattingen. Sogar aus Bochum, wo es ebenfalls eine Verbraucherzentrale gibt“, zieht die Büroleiterin eine erste Bilanz. Zwar sei die Lage in Witten strategisch recht günstig. „Doch wir überlegen, die Stadt zu fragen, ob sie am Busbahnhof und vor dem Hauptbahnhof Hinweisschilder auf die Verbraucherzentrale aufstellen kann, damit uns noch mehr Leute finden.“

Die Servicezentrale bietet ein weites Leistungsspektrum an. Das reicht von Beratung beim Mietrecht über die Altersvorsorge und Probleme mit Reiseveranstaltern und Partnervermittlungen bis zum Energiesparen. Ebenso breit ist das Preisspektrum: Eine halbstündige Energieberatung in der Beratungsstelle kostet fünf Euro, beim Kunden daheim schlägt sie bei 1,5 Stunden mit 60 Euro zu Buche.

Für eine allgemeine Rechtsberatung zahlt man neun Euro, inklusive Rechtsvertretung 25 Euro. Für anderthalbstündige Beratungen zur Altersvorsorge oder Geldanlage müssen Bürger 170 Euro hinblättern. „Aber da geht es ja meist auch um entsprechend hohe Summen“, sagt Alexandra Kopetzki.

Frau schließt unfreiwillig vier Verträge ab

Nach der Telekommunikation, zu der in Witten bisher 65 Beratungen stattfanden, stehen Probleme mit Inkassoforderungen, zu denen es 20 Beratungen gab, besonders hoch im Kurs. Kopetzki: „In einem Fall lag die Hauptforderung bei 9,95 Euro, die gesamte Inkassoforderung aber bei 122 Euro. Dass Firmen zum Beispiel Mahngebühren und Portoauslagen nehmen, ist verständlich. Aber sowas ist unseriös.“

In ihrem langjährigen Berufsleben hat die Büroleiterin, die auch schon in der Wuppertaler Verbraucherzentrale tätig war, so einiges erlebt. Etwa den Fall einer Seniorin, die in einen Telefonshop kam, weil sie einen neuen Telefonanschluss wollte: „Während der Beratung ließ der Verkäufer sie mehrfach auf einem elektronischen Unterschriftengerät mit dem Hinweis unterzeichnen, es sei irgendwie defekt. Zum Schluss hatte sie unfreiwillig vier Verträge abgeschlossen.“

Weil das Wittener Verbraucherschutz-Team schon mehrfach Kunden aus einer ähnlichen Klemme geholt hat, gab’s bereits Dankeskarten und freundliche Mails, sogar Blumensträuße wurden geschickt. Ein Ratsuchender schrieb beispielsweise: „Ich bin froh, dass sich das leidige Thema in meinem Abo-Fall durch ihre Hilfe endlich erledigt hat.“