Das aktuelle Wetter Witten 13°C
Facebook-Party

Verbot für Facebook-Party gilt in ganz Witten

03.08.2012 | 18:55 Uhr
Verbot für Facebook-Party gilt in ganz Witten
Die letzte Facebook-Party in Witten lösten Polizisten auf. Foto: WAZ

Witten.   Die Polizei ist wegen der für Witten angekündigten Facebook-Party in Alarmbereitschaft. Für die nicht erlaubte Veranstaltung an diesem Samstag hatte es fast 2000 Einladungen gegeben.

Der Aufruf im Internet wurde zwar wieder gelöscht, trotzdem halten sich Polizei und Ordnungsamt bei der für heute angekündigten Facebook-Party in Witten bereit.

Bundespolizei und Hundertschaften, die am Samstag beim Zweitligaspiel VfL Bochum gegen Dynamo Dresden im Einsatz sind, sollen mögliche Störenfriede zur Räson bringen und auf die Einhaltung des Verbots für jede Facebook-Party im Stadtgebiet achten.

Keine Ausnahmen

Noch herrscht Ruhe in Annen, wo sich die Freunde des sozialen Netzwerks ursprünglich versammeln sollten. „Wir machen am Samstag ganz normal zu und hoffen, dass Montag noch alles steht“, sagt eine Mieterin, deren Ladenlokal sich in unmittelbarer Nähe zum geplanten Veranstaltungsort der Spontan-Party befindet. Bange machen will sich die Chefin einer Modeboutique jedoch nicht. „Alle Vorkehrungen sind ja getroffen worden.“ Zu viel Hysterie sei fehl am Platze.

Zur Verhinderung der nicht gewünschten Fete haben Stadt und Polizei ein großes Sicherheitspaket geschnürt. Die Ankündigung in den amtlichen Mitteilungen ist eindeutig. „Die Durchführung und die Teilnahme an dieser so genannten Facebook-Party wird hiermit im gesamten Stadtgebiet Witten untersagt“, zitiert Stadtsprecherin Lena Kücük. Das bedeutet ein Verbot für Facebook-Partys ohne Ausnahme. „Auch wenn jemand drei Meter weiter feiert, ist das nicht erlaubt“, so Kücük. Mit dem Stadtverbot für Facebook-Ansammlungen will das Ordnungsamt die Verlagerung innerhalb des Stadtgebiets verhindern. Andere Veranstaltungen wie Geburtstagspartys oder Straßenfeste, die beim Ordnungsamt angemeldet sind, trifft der Feten-Bann nicht. „Wer eine Sondernutzungserlaubnis besitzt, darf sie weiter nutzen“, erklärt die Sprecherin.

Kommentar
Facebook-Partys - eine teure Modeerscheinung

Partys und Facebook sind jedes für sich eine feine Sache. Beides zusammen ist jedoch alles andere als sozial.

Dabei bietet das soziale Netzwerk doch tolle Möglichkeiten. Man kann teilen - Fotos, Artikel, Meinungen und vieles mehr. Menschen in Tunesien oder Ägypten nutzten Facebook, um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen.

Während in Nordafrika der Aufruf zur Besetzung eines öffentlichen Raums hehre Ziele verfolgte, ist er in einer Stadt wie Witten der beschämende Versuch von Gelangweilten, chaotische Zustände zu erzeugen. Doch der Aufruf zu Spontan-Partys wird sich abnutzen. Er ist derzeit nur in Mode – die uns wegen des großen Polizeiaufgebots teuer zu stehen kommt.

Stefan Rebein

Zwar ist der Aufruf bei Facebook verschwunden. Weil jedoch fast 2000 Menschen zu der Party eingeladen waren und mehr als 100 ihr Kommen schon angekündigt hatten, gehen die Behörden lieber auf Nummer sicher. Zumal es Nachahmer gegeben hat, die den Aufruf zur Party neu gestartet hatten.

Großaufgebot kann eingreifen

Die Verhinderung der ungewünschten Veranstaltung liegt auch im Interesse der Eigentümerin des Grundstücks, das als Partyfläche dienen soll. Sie hat die Polizei verständigt. Sollten sich Feiernde über das bestehende Feten-Verbot hinwegsetzen und sich auf dem Privatgelände aufhalten, würden sie Hausfriedensbruch begehen. „Die Beamten vor Ort werden den Personen, die sich dort aufhalten, einen Platzverweis erteilen“, erklärt Volker Schütte, Pressesprecher der für Witten zuständigen Kreispolizeibehörde Bochum. Wer dann immer noch kein Einsehen hat, riskiert Polizeigewahrsam.

Über die Einsatzzahl der Beamten hüllt sich die Polizei wie schon bei den letzten Facebook-Partyaufrufen in Schweigen. Falls sich größere Menschenmengen in Witten ansammeln sollten, rückt - so viel wird verraten - Verstärkung an. Die Hundertschaften, die beim ersten Saisonspiel des VfL Bochum gegen Dynamo Dresden im Einsatz sind, können in Witten eingreifen. Auch die Bundespolizei ist an der Einsatzplanung beteiligt. Verdächtig große Gruppen, die per Bahn anreisen, würden sofort auffallen.

Volker Schütte gibt sich optimistisch. Die letzten Einsätze bei Facebook-Partys seien zuletzt ohne größere Schwierigkeiten verlaufen. Bei einer groß angekündigten Veranstaltung gleicher Art hätte sich sogar niemand dorthin getraut.

Stefan Rebein



Kommentare
04.08.2012
10:26
Verbot für Facebook-Party gilt in ganz Witten
von UlrichRothtauscher | #1

Herr Rebein,
soso hehre Ziele sind also in Nordafrika verfolgt worden, das glauben Sie doch selber nicht, oder ???

Aus dem Ressort
Landesmeisterschaft für die Menschlichkeit
DRK
Samstag in der Innenstadt: Es scheint ein Katastropheneinsatz zu sein. Rettungswagen, Zelte und Einsatzkräfte, wohin man auch blickt. Der Hintergrund des „Großeinsatzes“ ist jedoch erfreulich: Witten ist in diesem Jahr der Gastgeber für den 62. Landeswettbewerb des Deutschen Roten Kreuzes.
Experiment kam nicht nur gut an
Zeltfestival
Mit einer Entschuldigung der Künstler begann der gemeinsame Auftritt von Komikerin Anke Engelke und Publizist Roger Willemsen. Im ausverkauften Stadtwerkezelt am Kemnader See hatten sie ein „Experiment“ geplant, das in der Tat nicht bei allen gut ankam.
7. Blitzmarathon in Witten – Kinder und Jugendliche im Fokus
Polizei
Beim mittlerweile siebten Blitzmarathon in Witten, bei dem die Polizei im September wieder 24 Stunden lang das Tempo von Autofahrern kontrolliert, stehen Kinder und Jugendliche Focus. Sie können der Polizei Verkehrsbrennpunkte melden. Nicht nur auf dem Schulweg sind sie besonderen Gefahren...
Aufwärmen fürs Rudelsingen in Witten
Day of Song
Sophia (8), Pfarrer Schuklat und Heike Fürstenau (58) wollen nur eins: Singen, singen, singen. Im Maschinchen Buntes probten sie jetzt für den „Day of Song“. „Es geht dabei einfach um den Spaß am gemeinsamen Singen, Perfektion ist da nicht gefragt“, erklärt Reinald Assheuer vom Team Maschinchen...
Stoppok ließ es in Witten so richtig krachen
Zeltfestival
Stefan Stoppok ließ es beim Zeltfestival Ruhr richtig krachen. Der Wahl-Bayer aus Essen mit mancher Stippvisite in Witten packte vor allem die schnellen „härteren“ Nummern aus. Freunde seiner langsameren Stücke waren an diesem Abend vielleicht nicht falsch, zogen aber eindeutig den Kürzeren.
Ihre Meinung

Das Freibad in Annen hat noch bis zum 14. September geöffnet . Andere Städte schließen ihre Bäder wegen des schlechten Wetters. Was denken Sie: Sollte das Freibad noch so lange geöffnet haben?

 
Fotos und Videos
Anke Engelke und Co. unterhalten bestens
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Kunst
Bildgalerie
Offene Ateliers
Jamie Cullum begeistert beim Zeltfestival
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Bendzko singt Grönemeyer-Songs
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr