Verband fordert Wirtschaft als Pflichtfach

Eine Schülerin machte kürzlich mit einem Twitter-Beitrag Schlagzeilen: Sie könne ein Gedicht interpretieren, lerne aber nichts „fürs Leben“. Der Arbeitgeberverband Bochum verweist auf sein bereits im März vergangenen Jahres erstelltes Positionspapier zum Thema „Pflichtfach Wirtschaft - ökonomische Grundkenntnisse und Kompetenzen frühzeitig vermitteln“, das nicht an Aktualität verloren habe.

Darin steht geschrieben: „Ökonomische Bildung ist unverzichtbarer Teil einer zeitgemäßen Allgemeinbildung. Junge Menschen brauchen für ein verantwortungsvolles Handeln wirtschaftliche Kenntnisse und Kompetenzen.“

Dabei gehe es auch um ganz alltägliche Fragen, so das Papier. „Wie vermeide ich Verschuldung durch Handykosten? Wie kann ich für das Alter vorsorgen?“ Denen werde die Schulbildung in NRW bisher nicht hinreichend gerecht, so der Arbeitgeberverband Bochum. „Eine systematische und fundierte Kompetenzvermittlung ist nicht gewährleistet, vor allem, weil das Thema „Wirtschaft“ auf mehrere Fächer verteilt ist und die Lehrkräfte nicht entsprechend ausgebildet werden“, heißt es weiter. Junge Menschen bräuchten aber wirtschaftliche Grundkenntnisse und Kompetenzen, um als mündige Wirtschafts- und Staatsbürger verantwortungsvoll zu handeln.

„Erst eine tragfähige ökonomische Bildung ermöglicht es, sich innerhalb unseres wirtschaftlichen Systems sicher zu bewegen und sich der Konsequenzen ihres eigenen wirtschaftlichen Verhaltens bewusst zu sein. Sie eröffnet Handlungsmöglichkeiten zur Realisierung von Lebens- und Berufsplänen als Verbraucher, als Arbeitnehmer wie auch als Selbstständiger und Unternehmer.“

Durch ökonomische Bildung könne es den Jugendlichen gelingen, eine eigenverantwortliche und sachkundige Entscheidung für Ausbildung, Studium und berufliche Laufbahn zu treffen, so der Arbeitgeberverband.