Unterrichtsausfall an Wittener Schulen nicht dramatisch

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Was wir bereits wissen
Es fällt nicht mehr aus als woanders. Und Vertretungsunterricht funktioniert. Das ist der Tenor an Wittener Schulen.

Witten..  1,8 Millionen Schulstunden fallen in NRW aus, ergab eine Stichprobe des Schulministeriums. Die Gewerkschaften beklagen, dass Vertretungsstunden oft durch fachfremde Lehrer erfolgen. In Witten, das ergab die Stichprobe unserer Zeitung, beurteilen Eltern und Lehrer die Situation längst nicht so dramatisch.

„Fachfremder Unterricht muss noch lange nicht schlecht sein“, sagt Michael Günzel, Leiter der Holzkamp-Gesamtschule. Wichtig sei, dass es Absprachen über den Lernstoff gebe. „Bei uns fällt wenig aus“, so Bärbel Faustmann, Rektorin der Helene-Lohmann-Realschule. Wird ein Kollege kurzfristig krank, vermittele er die aktuellen Aufgaben weiter. Fehle jemand länger, „switchen wir alles so um, dass die Klasse den Fachunterricht erhält“. Unproblematisch stelle sich die Situation auch am Berufskolleg dar, bestätigt Leiter Heinz Ziegler.

Am Schiller-Gymnasium habe man ein geregeltes Vertretungskonzept entwickelt, erklärt Schulpflegschafts-Vorsitzende Christiane Heinemann. Jede Stufe habe ein Leitfach, bei den Fünfern sei das Deutsch, das bei Ausfällen unterrichtet werde. Bei längeren Ausfällen versuche man, den Stoff später auszugleichen. Dann kämen die Schüler auch schon mal freitags in der neunten Stunde freiwillig zu Mathe.

Dr. Christian Chmel-Menges, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, hofft, dass es irgendwann eine Regionalauswertung entsprechender Daten gibt. 134 Springer-Stellen stehen derzeit bei längeren Krankheitsvertretungen für die 1175 Schulen des Bezirks zur Verfügung. Dazu kommen 1073 Stellen für Elternzeitvertretung.