Unternehmer Rolf Ostermann „entsetzt“ über Wittener Bündnis

Unternehmer Rolf Ostermann (links) unterstützt zahlreiche Projekte in witten. Hier ist er mit Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann (Mitte) und und Hans-Peter Skotarzik bei den Ruhrtalengeln zu Gast.
Unternehmer Rolf Ostermann (links) unterstützt zahlreiche Projekte in witten. Hier ist er mit Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann (Mitte) und und Hans-Peter Skotarzik bei den Ruhrtalengeln zu Gast.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Möbelgigant Rolf Ostermann zeigt sich „entsetzt über Unterstellungen und Verleumdungen des Bürgerbündnisses“. Es geht um den Fall Wickmann.

Witten..  Im Wickmannstreit hat sich jetzt Möbelhaus-Chef Rolf Ostermann zu Wort gemeldet. Er übt massive Kritik am Bürgerbündnis (Groko), das gerade die angebliche „Informationsweitergabe an Dritte“, sprich an ihn, ins Zentrum eines Prüfauftrages gerückt hat.

Wir erinnern uns: Nachdem Anfang November das Gerichtsurteil gegen die Stadt zum Wickmanngelände bekannt geworden war, hatte Ostermann in seiner Funktion als Vize-Präsident der IHK angeboten, die Kammer beteilige sich zur Hälfte an den Kosten für die Vorprüfung einer Berufung. Die Fraktionen, gerade SPD und CDU, waren alles andere als erfreut.

„Interessen der IHK Mittleres Ruhrgebiet betroffen“

Ostermann, als Dritter und noch dazu Miteigentümer einer Fläche auf dem Wickmanngelände laut Koalition „quasi Verfahrensbeteiligter“, hatte offenbar noch vor den Parteien Wind vom Urteil bekommen. Bekanntlich bemängelte das Verwaltungsgericht den Bebauungsplan, mit dem die Stadt bisher ihrer Ansicht nach zentrenschädliche Ansiedlungen wie einen Elektrofachmarkt auf dem Gelände verhindert hatte.

Ostermann sah durch das Urteil Interessen der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet betroffen, weil auch sie sich ausdrücklich den Schutz der Innenstädte auf die Fahnen geschrieben hat. „Als Ehrenamtsträger der IHK habe ich mich durch Eid verpflichtet, uneigennützig im Sinne der IHK tätig zu werden“, heißt es in einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. „Alleine aus dieser Verpflichtung heraus habe ich damals das mittlerweile gegenstandslose Angebot unterbreitet, die Hälfte der Kosten (....) zu übernehmen.“

„Niemand hat mich nach Informationsquellen befragt“

In ihrem Prüfauftrag an das Rechnungsprüfungsamt geht die Koalition offenbar davon aus, dass Ostermann durch die Bürgermeisterin beziehungsweise Baudezernenten noch vor der Politik über das Urteil informiert wurde. Sie fragte Ende Mai nach der Bewertung dieses Vorgangs durch die städtischen Kontrolleure, insbesondere unter dem Aspekt, dass „Herr Ostermann selbst als unmittelbarer Eigentümer eines Teils des Wickmanngeländes eigene Interessen hat“.

Er sei entsetzt über die „Unterstellungen und Verleumdungen des Bürgerbündnisses“, schreibt nun der Möbelgigant, „insbesondere, da mich bis heute niemand nach meinen Informationsquellen oder Beweggründen befragt hat“. Seine einzige Quelle sei die schriftliche Ausfertigung des Urteils gewesen. Diese sei ihm vom Anwalt von Michael Schöpke am 24. November zur Verfügung gestellt worden. Schöpke (SchöWo Wohnbau), Investor und Teileigentümer auf dem Wickmanngelände, hatte gegen die Stadt geklagt.