„Unsere Mutter sollte nicht ins Altenheim“

Marlies (66) und Rainer Bischof (67) verschlug es aus dem heute trendigen Essen-Rüttenscheid nach Witten. Das Ehepaar zog 1987 hierher. Der Grund: Marlies Bischof und ihre Schwester Carola, die auch in Essen wohnte, wollten sich gemeinsam um die älter werdende Mutter kümmern. Und Marlies Bischofs Schwager arbeitete in Witten und wollte nicht länger pendeln. Man baute gemeinsam im Bentenweg. Marlies Bischof und ihre Schwester zogen mit den Ehemännern in jeweils eine Doppelhaushälfte. Die Mutter der Frauen hatte im Haus eine 90 Quadratmeter große Wohnung. „Wir wollten nicht, dass sie in ein Altenheim muss.“ Die alte Dame wurde 87. „Sie war durch das gemeinsame Wohnen mit der Familie nie einsam und bis 82 noch topfit.“

Rainer Bischof, der als Bauingenieur nun viele Jahre von Witten aus zu seiner Firma nach Essen pendeln musste, hat den Umzug nie bereut. „Ich mache gerne Gartenarbeit. Das muss nicht mehr wie früher fünf Stunden am Stück sein, drei reichen“, meint der 67-Jährige schmunzelnd. Ihre Wohnlage mitten im Grünen finden die Bischofs „einfach wunderschön“. Die Zeiten, in denen eine ganze Schafherde irritiert durch ihre Garageneinfahrt lief, „weil die Tiere es gewohnt waren, dass hier nur Wiesen und Felder sind“, seien jedoch vorbei.