Uni Witten sieht sich für Tüv gut aufgestellt
09.11.2010 | 17:23 Uhr 2010-11-09T17:23:00+0100
Witten.2005 war der Schock groß, als der Wissenschaftsrat die Universität Witten/Herdecke unter die Lupe nahm und gerade Forschung und Lehre in der Medizin ein schlechtes Zeugnis ausstellte. Ende November wartet nun wieder der TÜV.
2005 war der Schock groß, als der Wissenschaftsrat die Universität Witten/Herdecke unter die Lupe nahm und gerade Forschung und Lehre in der Medizin ein schlechtes Zeugnis ausstellte. Ende November muss die Hochschule nun wieder zum TÜV. Doch diesmal sieht sie sich gut aufgestellt und hofft, die Plakette sofort zu bekommen.
Es geht um die Akkreditierung, das heißt die Zulassung für die nächsten fünf oder sogar zehn Jahre. „Wir sind als Uni gut und breit aufgestellt“, sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Butzlaff bei der zwölften Hohensteiner Tafelrunde der Universitätsgesellschaft, die Projekte und Praktika der Studenten fördert.
Deutschlands erste Privatuni konzentriert sich auf Gesundheit, Wirtschaft und Kultur
Er sei optimistisch, so Butzlaff, voll akkreditiert zu werden. Man gehe gut gerüstet in die Vor-Ort-Begehung durch den Wissenschaftsrat, die am 30. November und 1. Dezember ansteht. Die Uni, ihre Personalausstattung, ihre wirtschaftlichen Zahlen und wissenschaftliche Ausrichtung werden auf Herz und Nieren geprüft. Optimistisch sind die Verantwortlichen, weil viel geschehen ist - nicht nur seit der Kritik an der Medizin, sondern vor allem seit der Beinahe-Pleite Ende 2008. Ein Ergebnis dieses Restrukturierungsprozesses: Deutschlands erste Privatuniversität konzentriert sich auf drei Aufgabenfelder: Gesundheit, Wirtschaft und Kultur.
Es gibt zudem neue Geschäftsführer und Gesellschafter, der größte ist die Software AG. Es gibt neue Studiengänge wie jenen für Family Business oder „PPÖ“ - Politik, Philosophie und Ökonomie. Die Zahl der Lehrstühle wurde laut Butzlaff seit 2005 um 15 auf 21 erhöht, die Wirtschaftswissenschaften haben jetzt 13. Auch das fächerübergreifende Studium fundamentale wurde gestärkt. Es fließen mehr Drittmittel - laut Butzlaff neun statt sechs Mio Euro.
Die Uni liege voll im Fünf-Jahres-Plan
Die Zahl der externen Kooperationspartner, der Kliniken, wurde um ein Drittel auf 15 gesenkt, die Zusammenarbeit auf eine feste vertragliche Grundlage gestellt. Die neue Fakultät für Gesundheit vereinigt Medizin, Zahnmedizin und Pflegewissenschaften. Dem Forschungsanspruch will man u.a. mit dem Interdisziplinären Zentrum für Versorgungsforschung und der Integrativen Personalisierten Gesundheitsforschung gerecht werden.
Mitentscheidend für die TÜV-Plakette dürfte die wirtschaftliche Seite sein. Die Uni liege voll im Fünf-Jahres-Plan („wir sind sogar besser“), der nach der Krise 2008/2009 aufgestellt wurde, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Michael Anders. Am Mittwoch, hofft er, wird der Haushalt 2011 genehmigt. Er weist bei einem 32-Mio-Etat einen Verlust von 1,5 Mio auf, den die Gesellschafter decken müssen. 2009 habe der Verlust noch bei 2 Mio gelegen, 2008, nach Streichung der 4,5 Mio Landesmittel, bei knapp 9 Mio. Anders: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“
0mitdiskutieren