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Uni-Infos zu Schreinerinnensteaks

15.09.2011 | 18:24 Uhr
Uni-Infos zu Schreinerinnensteaks
Die 13. Hohensteiner Tafelrunde mit Promotionspreisträger Dr. Till Jansen (l.) und Festredner Dr. Reinhard Chr. Zinnkann, Geschäftsführer Miele-Gruppe. Foto: Walter Fischer / WAZ Foto Pool

Witten. Als Stipendiat der Wirtschaftswissenschaften hat Dr. Till Jansen an der Uni Witten begonnen, promoviert hat er in dem Studiengang, der beim Wissenschaftsrat kürzlich in Bedrängnis geriet: Kulturreflexion. Für seine Doktorarbeit erhielt er jetzt bei der 13. Hohensteiner Tafelrunde den Promotionspreis der Wittener Universitätsgesellschaft.

Der Wissenschaftsrat hatte gefordert, die Fakultät entweder personell zu erweitern oder in die Fakultäten Gesundheit und Wirtschaftswissenschaften zu integrieren. Promotionen wie Jansens wären in letzterem Fall nicht mehr möglich.

Dazu sagt der Preisträger gegenüber dieser Zeitung am Rande der Hohensteiner Tafelrunde, dem jährlichen Fest für Mitglieder, Freunde und Förderer der Wittener Universitätsgesellschaft: „In Witten kann man die Fakultät, die sich auch um das Studium Fundamentale kümmert, nicht isoliert sehen, das zeigt mein Werdegang. Ich bewege mich zwischen den Fakultäten. Der neue Studiengang Philosophie, Politik, Ökonomik ist auch zwischen den Wirtschaftswissenschaften und der Kulturreflexion aufgehängt. Das ist eine Stärke der Uni Witten.“ Thema seiner Promotion war: „Entscheidungsfindung in paritätisch mitbestimmten Aufsichtsräten“. Sie zeige, so Laudator Prof. Dr. Werner Vogd, dass „die Institutionen unsere Gesellschaft ausmachen“.

Bei Wein, Sekt, Selters und Bier kommen die Gäste ins Plauschen. Doch der Uni-Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Butzlaff findet nicht nur schönende Worte, um den Gästen die Ereignisse der seit der letzten Runde vergangenen zehn Monate zu beschreiben: Zwar bescheinigt er ihr - während hie und da Erinnerungsfotos voneinander gemacht werden - Neugier und schnelles Reaktionsvermögen, hebt die Verdienste heraus, doch möchte er noch an der Kritikfähigkeit arbeiten. „Wie Jugendlichen oft Kritikfähigkeit fehlt, so war das auch bei uns anfangs“, sagt er hinsichtlich der Anmerkungen des Wissenschafsrates. Doch man wolle konstruktiv damit umgehen. Beeindruckend ist das Foto, das zeigt, was dem Wissenschaftsrat im Kleinlaster zugestellt wurde: eine 62 500-seitige Dokumentation der Uni-Arbeit .

Aufmerksam folgen die etwa 120 Gäste dem Vortrag, darunter Landesschatzmeisterin Christa Thoben, Bürgermeisterin Sonja Leidemann, Ex-Bürgermeister Klaus Lohmann, Bundestagsabgeordnete Christel Humme, Mark Eslamlooy von Ardex, Christiane Finner von der Werkstadt, Carl-Jürgen Brandt von Brandt Zwieback-Schokoladen GmbH und Co. KG, Eckhard Brockhoff von der Essener Brockhoff und Partner Immobilien GmbH, Joachim Abrolat vom evangelischen Krankenhaus Witten, Paul Rybarsch von Hörgeräte Rybarsch. Sie ließen sich gebeiztes Rindfleisch an Rucola, gefüllte Maispoulardenbrust auf mediterranem Gemüse an Kräuterrisotto, Schreinerinnensteaks Saltimbocca mit Salbei und Parmaschinken, Creme Brullée und Gratin von frischen Waldbeeren schmecken.

Das Dessert gab’s aber erst nach dem Festvortrag von Dr. Reinhard Chr. Zinkann, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Miele Gruppe. Er referierte über „Die aktuelle Vertrauenskrise - Fragen und Betrachtungen aus der Sicht eines Familienunternehmers“.

GEFÖRDERTES PROJEKT

Die Wittener Universitätsgesellschaft fördert diverse studentische Projekte, darunter das Hilfsprojekt Ruanda, das der Studierende Christoph Lüdemann bei der Hohensteiner Tafel vorstellte.

Erst morgens war er aus Ruanda wieder eingetroffen, hatte auf den Tischen zur Ansicht Früchte aus dem Land verteilt und konnte froh ins Besteckklappern der Speisenden hinein verkünden: „Am Montag ist die Baugenehmigung für die Krankenstation gekommen!“ Mit eindrucksvollen Fotos gibt der Wirtschaftswissenschaften- und Medizin-Student den Gästen eine Vorstellung von Land und Leuten. Mit vier Freunden erarbeitete er das Konzept für die Organisation „L’Appel Deutschland“ (wir berichteten). Das baut auf drei Säulen auf: „Infrastruktur, Gesundheit und Bildung“, so Lüdemann. Junge Menschen würden bereits bei ihren Studien unterstützt, der Bau der Krankenstation ginge nun gut voran und auch die Themen Energie und Wasserversorgung würden Fortschritte machen.

Besonders dankte Lüdemann allen, die das Projekt finanziell unterstützten. Er rief den Dortmunder Diplomkaufmann Tillmann Neinhaus auf die Bühne, übergab dem großzügigen Einzelspender ein traditionelles, von Frauen in Ruanda gefertigtes Gefäß.

DIE GESELLSCHAFT

Die Wittener Universitätsgesellschaft wurde 1998 auf Initiative des Ex-Bürgermeisters Klaus Lohmann und des Uni-Gründungspräsidenten Dr. Konrad Schily gegründet. Ziel ist, als regionaler Freundeskreis der Uni den Austausch zwischen Uni-Mitgliedern und Bürgern zu intensivieren sowie Projekte der Uni und der Studierenden zu fördern. Die Tafelrunde ist nach ihrem Gründungsort Hohenstein in 1999 benannt.

Liliane Zuuring



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