Uni hat grünes Licht für Ess-Kunstprojekt
13.05.2009 | 11:57 Uhr 2009-05-13T11:57:00+0200
Kultur – damit verbinden die meisten Theater, Musik, Malerei, Skulpturen. Aber Kultur kann noch viel mehr sein. Zum Beispiel Ess-Genuss. Und genau da setzt das Kooperationsprojekt „Essen an der Ruhr – Der Geschmack der Region” der Universität Witten/Herdecke und des Künstlers Arpad Dobriban an.
Der ehemalige Meisterschüler von Nam June Paik beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Kochen. Bei seinem neuen Projekt möchte er den Erinnerungs- und Erfahrungsschatz der ältesten im Ruhrgebiet lebenden Generation sichern. Bei dieser „Forschungsreise in das kulinarische Gedächtnis des Ruhrgebiets” sollen auch Studenten der Uni Witten/Herdecke mitwirken.
Beim Hauptprojekt „Erinnern und kochen” will Dobriban ältere Bürger nach den Essgewohnheiten ihrer Kindheit befragen. Diese Speisen will Dobriban mit ihnen dann in authentischer Weise, also mit den speziellen Zutaten von damals und mit den alten Arbeitstechniken, nachkochen. Die Gerichte sollen dann später bei „öffentlichen Essen” im Ruhrgebiet präsentiert werden. Das ist die zweite Phase des Hauptprojekts.
Geplant sind dazu auch noch zwei Zusatzprojekte: So will Dobriban mit einer mobilen Küche in verschiedene Ruhrgebiets-Schulen kommen und mit den Schülern die Gerichte der Senioren nachkochen. Geplant ist auch eine Kinderuni zum Thema „Wie schmeckt das Ruhrgebiet?”
„Essen an der Ruhr” soll aber über die Grenzen Deutschlands hinaus wirken. Denn in der anderen Kulturhauptstadt 2010, im ungarischen Pe´cs soll eine Auswahl typischer Revierspeisen präsentiert werden. Für dieses Teilprojekt gibt es, so Professor Matthias Kettner von der Fakultät für Kulturreflexion, schon grünes Licht. Für das Gesamtprojekt sehe es sehr gut aus. Die Entscheidung soll nächste Woche fallen.
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