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Unfälle erreichen in Witten 2015 Fünfjahresrekord

15.02.2016 | 20:43 Uhr
Unfälle erreichen in Witten 2015 Fünfjahresrekord
Frontalunfall auf dem Ruhrdeich in Witten am 29. November 2015. Die gute Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge verhinderte schwerere Verletzungen. Beide Autos hatten einen Totalschaden.Foto: Barbara Zabka

Witten.   Statistik erfasst 3366 Zusammenstöße in Witten im Jahr 2015. Zahl der Schwer- und Leichtverletzten stiegt um neun Prozent auf 292 Personen.

Im neunten Jahr in Folge ist Bochum im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die Stadt in NRW, in der es am unwahrscheinlichsten ist, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden. Doch so recht froh konnte darüber Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier bei der Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallentwicklung für Bochum, Witten und Herne nicht sein. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschäden stieg im Gesamtpräsidiumsbezirk im Vergleich zum Vorjahr 2015 leicht von 1264 auf 1281 an. Die Zahl der Verkehrstoten ging von zwölf auf acht zurück. Zurückgegangenen ist auch die Anzahl der Schwerverletzten – und zwar von 283 auf 233 Fälle.

In Witten stieg die Gesamtzahl der Unfälle stark auf 3366 – ein Fünfjahresrekord. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten stieg dabei um neun Prozent von 263 auf 292. Trotzdem war die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stabil (222), die „Blechschäden“ (3144) machten den Zuwachs aus.

Mehr Kinder in Witten verletzt

In ihrem Kommentar zu den Zahlen sagte die Polizeipräsidentin: „Erfolgreich sind wir als Polizei immer nur dann, wenn wir möglichst wenige Verletzte haben.“ Besorgniserregend sei in diesem Zusammenhang, dass im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtzahl der verunglückten Kinder (im Alter bis zu 14 Jahren) angestiegen ist – in Witten von 22 auf 26 Verletzte. 13 Kinder verunglückten „aktiv“, lösten also den Unfall mit aus, und 13 „passiv“, etwa als Fahrzeuginsassen.

Der Leiter der Direktion Verkehr, Rudi Koriath, liefert eine mögliche Erklärung: „Bei der Sicherung der Kinder in Fahrzeugen muss etwas passieren.“ Ein erschreckendes Beispiel aus den letzten Monaten sei, dass ein Vater als Pkw-Fahrer seinen Sohn während der Fahrt vor sich auf dem Schoß hatte sitzen lassen. Koriath: „Wir haben bereits mit entsprechenden Schwerpunktkontrollen vor Schulen oder Kindergärten begonnen.“

Junge Erwachsene schnitten besser ab im Vorjahr

Die Verkehrsexperten der Polizei schauten sich außerdem gezielt das Verhalten und die Beteiligung anderer spezieller Personengruppen im Straßenverkehr an. Erfreulich sei, dass die Zahl junger Erwachsener, im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, einer Personengruppe, aus der heraus aufgrund mangelnder Erfahrung in der Vergangenheit einige besonders folgenschwere Unfälle verursacht worden sind, etwas weniger häufig (15, 8 statt 18,5 %) als Verursacher beteiligt waren. Trotzdem bleiben sie überverhältnismäßig beteiligt: Sie machen nur 7,8 % der Bevölkerung aus.

Senioren im Verhältnis gering beteiligt

Die Zahl von verunglückten Senioren im Alter von mehr als 65 Jahren ist stabil (37) geblieben. Sie sind für 14,4 % der Unfälle (Vorjahr: 15,3 %) mit Personenschaden verantwortlich, machen aber 22,8 % der Wittener Bevölkerung aus. Gerade bei den immer mobiler werdenden älteren Menschen will die Polizei weniger durch Verbote als durch Information gute Erfolge erzielen.

Konsequent sollen die Hauptursachen für viele Unfälle mit Verletzten angegangenen werden. Neben den „Klassikern“, zu hohes Tempo oder Alkohol/Drogen, kommen mehr und mehr Ablenkungen durch das Nutzen von Handys oder Navi-Systemen bei der Fahrt hinzu.

Michael Weeke und Johannes Kopps

Kommentare
16.02.2016
12:40
Unsere Polizei macht hervorragende Arbeit
von p.s.a | #3

Wer mehr Sicherheit will muss sich von der Discounter-Mentalität in Sachen staatlicher Dienstleistung verabschieden.

Und natürlich ist es wahr, das...
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Unfälle erreichen in Witten 2015 Fünfjahresrekord
Unfälle erreichen in Witten 2015 Fünfjahresrekord
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http://www.derwesten.de/staedte/witten/unfaelle-erreichen-in-witten-2015-fuenfjahresrekord-id11568124.html
2016-02-15 20:43
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