Überraschung für Wittener Familien in 272 Mietwohnungen
20.06.2007 | 08:36 Uhr 2007-06-20T08:36:57+0200Von den Verkaufsplänen der HWG erfuhren auch Eheleute Inge und Bruno Knorr durch Anruf aus unserer Redaktion
272 Mietwohnungen besitzt und verwaltet die Hattinger Wohnstättengenossenschaft (HWG) in Witten. Die Häuser stehen allesamt im Bereich des Stadtteils Herbede - an den Straßen Vormholzer Ring, Auf der Heide, Ruhrhöhe und Meesmannstraße.
Am Vormholzer Ring 1 bis 15 wurden die vier Wohnblöcke zu acht Haushälften mit insgesamt 64 Wohnungen in den Jahren 1967/1968 gebaut. Die Stadt Witten hatte sich damals ein Vergaberecht einräumen lassen, um in den Sozialwohnungen zunächst auch finanziell klamme Familien unterzubringen, teils aus Obdachlosenunterkünften.
Laut Sachbearbeiter David Wilde sucht das Genossenschaftsunternehmen derzeit für alle HWG-Hausbestände außerhalb Hattingens einen Investor für den Kauf des gesamten Pakets. Die Häuser stehen in Witten, Bochum, Sprockhövel, Velbert, Hagen.
Inge und Bruno Knorr wohnen seit 1970 am Vormholzer Ring. Der Genossenschaftsbeitrag lag damals bei 500 Mark. Dem 83 und 75 Jahre alten Ehepaar teilte die HWG am Dienstag schriftlich mit, dass sich das Unternehmen von Beständen in Hattingen (Westenfeld) trennen wolle. Durch Verkauf an Privat, wenn möglich an die Mieter, so die HWG gestern. "Von einem Verkauf der Wohnungen bei uns in Witten stand in dem Schreiben nichts drin", staunte Inge Knorr.
"Die Mietverträge werden Bestand haben", betonte Sachbearbeiter Wilde. Dem Investor werde ein gesetzlicher Mieterschutz auferlegt, der mindestens zehn Jahre gelten soll. "Also mache ich mir jetzt noch keinen Kopf", sagte Inge Knorr, als sie im Gespräch mit unserer Redaktion von den Verkaufsabsichten der HWG erfuhr.
Die 75-jährige Wittenerin, die mit ihrem Mann eine Wohnung in der obersten Etage hat, meldet Renovierungsbedarf an. "Die Außenwände sind im Winter schimmelig, kürzlich hatten wir auch einen Wasserrohrbruch im Haus. Aber die HWG hat ja wohl kein Geld."
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