Über Landstraßen und durch die Wüste

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Drei Wochen, 7000 Kilometer auf Landstraßen und Wüstenpisten. Abenteuer pur! Wer träumt nicht von einer Rallye bis nach Jordanien? Für den Wittener Tim Gehrken ist es Anfang Mai soweit: Mit fünf Kommilitonen von der Uni Aachen nimmt er an der Allgäu-Orient-Rallye teil – „eines der letzten automobilen Abenteuer“, wie die Rallye-Veranstalter werben. Die Tour ist dabei nicht nur Spaß, sondern auch Wohltätigkeitsereignis.

„Die Idee entstand Anfang des Studiums“, sagt der 22-Jährige Tim Gehrken. Zusammen mit drei weiteren Studenten der Ingenieurwissenschaften und zwei „Maschinenbauern“ reifte die Idee heran. Im Juli 2014 war es endlich soweit: Das Team „A.C. Torx“ wurde als Team 27 Teil des Fahrerfeldes. „Seitdem laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren“, sagt der ehemalige Schüler des Ruhr-Gymnasiums. Zunächst mussten passende Autos und die nötigen Sponsoren gefunden werden. Laut Rallyeregeln müssen die Fahrzeuge mindestens 20 Jahre alt sein, oder dürfen nicht mehr als 1111,11 Euro wert sein. „Wir haben uns für drei alte 5er BMW-Kombi entschieden“, so Tim Gehrken.

Wagen ohne viel Elektronik

Die Karren von Anfang der 1990er Jahre seien zuverlässig und hätten nicht viel Elektronik. Nachdem die Wagen weiß lackiert und mit passendem Rallye-Design beklebt waren, ging es an die Technik. „Die Fahrwerke sind neu, und es kommt noch ein Schutz für den Unterboden dazu“, beschreibt der Tennisspieler des TC Bommern. Auch wenn die Wagen zuverlässig sind – ein Ausfall ist möglich: Sollte einer der BMWs schlapp machen, ginge die Tour mit zwei Fahrzeugen weiter. Ärgerlich wäre ein Totalausfall aber schon: „Die Autos werden in Jordanien verkauft, der Erlös wird gespendet“, erklärt Tim die Idee der Rallye. Außerdem werden die Kofferräume mit Hilfsgütern vollgeladen. „Viele Unternehmen und Privatleute haben Kleidung und medizinische Materalien gespendet“, sagt der Student der Uni Aachen. Was an Platz bleibt, wird mit Zelten zum Campen und Ersatzteilen aufgefüllt: Wasserpumpen, Zündkerzen, Reifen – das Team ist gut vorbereitet, hat sich das nötige Know-How angeeignet.

Los geht es am 10. Mai im bayrischen Oberstaufen. Bis Istanbul dürfen die sechs Jungs die Route frei wählen – nur Autobahnen sind verboten. „Wir werden wohl entlang der Adria fahren“, sagt Tim. In der Türkei gebe es dann mehrere Zwischenpunkte, so dass man wohl auch immer wieder auf andere Teams treffen wird.

Alle 111 Teams haben für die Strecke bis in Jordaniens Hauptstadt Amman etwa drei Wochen Zeit – im Schnitt möchten die Sechs von A.C. Torx daher 600 bis 700 Kilometer am Tag schaffen. „Von Landstraßen, über Schotterwege bis zu Wüstenpisten wartet alles auf uns“, sagt Tim voller Vorfreude. Der Wittener kümmert sich im Team um die Routenplanung. Auf dem letzten Stück wartet dann die Fähre: Von der Türkei geht es mit dem Schiff bis ins israelische Haifa. „Durch Syrien können wir wegen der politischen Lage nicht“, erklärt er. Selbst möchte er in jedem Fall aber auch mal hinterm Steuer sitzen: „Jeder fährt!“

Unterwegs müssen alle Teams auch immer wieder Aufgaben lösen – wie erfolgreich sie das tun, darüber wird am Ende der Sieger ermittelt. Für den gibt es einen attraktiven Preis: ein lebendes Kamel. Das allerdings wird auch gespendet.