Über den Untergang des christlichen Abendlands

Wanderungsbewegungen gehören zur deutschen Geschichte: Zwischen 1850 und dem Jahr 1925 ist die Bevölkerung im Ruhrgebiet von 400 000 auf 3,8 Millionen Einwohner angewachsen. Damals kamen die Menschen vor allem aus Osteuropa. Sie haben genauso wie die deutschen Kriegsflüchtlinge und die Gastarbeiter in der Wirtschaftswunderepoche mit ihrer Arbeitskraft für wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt. „Das Ruhrgebiet ist durch Zuwanderung stark geworden“, stellte treffend Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fest.


Die Bundesregierung präsentierte nun den Migrationsbericht für 2013: Mehr als 75 Prozent der Zuwanderer stammen aus christlich geprägten europäischen Ländern. Die tiefkatholischen Polen stellen mit 16 Prozent die größte Gruppe. Es folgen die christlich-orthodoxen Rumänen, Bulgaren, Italiener, Spanier und Griechen. Migration verjüngt Deutschland. Die meisten Einwanderer sind jünger als 45 Jahre alt. Von einer Islamisierung des Abendlandes kann bei 3-4% muslimischen Bevölkerungsanteil nicht ernsthaft die Rede sein.


In der Bibel wird ein Grundgedanke für einen guten zwischenmenschlichen Umgang geäußert, den sich auch Menschen, die im sogenannten Abendland leben, beherzigen sollten: „Und den Fremdling sollst du nicht bedrücken; ihr selbst wisset ja, wie es dem Fremdling zu Mute ist, denn Fremdlinge seid ihr im Lande Ägypten gewesen“ (2. Mose 23). Es ist gerade ein Gut des christlich geprägten Abendlandes, nach dieser Weisung zu handeln. Wer sich diesem Gebot der Nächstenliebe dagegen entzieht, trägt tatsächlich zu seinem Niedergang bei.
Pfarrer Christian Uhlstein,
Ev. Trinitatis-Kirchengemeinde