Trotz Offensive in Witten: Spielplatz nur wenig attraktiv

Frieda (1) kann das Schaukel-Krad nicht selbst besteigen. Auch Schwester Elisa (3) hat Probleme. Die Eltern Jill 36 und Tobias Stens 37 ärgern sich, weil im Sandkasten zu wenig Sand ist. Außerdem ist der städtische Spielplatz im Sommer nicht einsichtig genug.
Frieda (1) kann das Schaukel-Krad nicht selbst besteigen. Auch Schwester Elisa (3) hat Probleme. Die Eltern Jill 36 und Tobias Stens 37 ärgern sich, weil im Sandkasten zu wenig Sand ist. Außerdem ist der städtische Spielplatz im Sommer nicht einsichtig genug.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
An der Merianstraße soll eigentlich schon gespielt werden. Doch Anwohner beklagen dreckigen Kies und wenig Sand. Stadt will sich der Sache annehmen.

Witten.. Weniger, aber bessere Spielplätze soll es künftig in Witten geben – so lautet das Ziel der Spielplatzoffensive, das sechzehn „Mittelpunktflächen“ zu besonders außergewöhnlichen Spielplätzen ausbauen möchte. Zum Konzept gehört auch der Spielplatz an der Bommeraner Merianstraße. Obwohl er schon als fertig gilt, beschweren sich Anwohner: Dreckiger Kies, zu wenig Sand, langweilige Spielgeräte, meint Vater Tobias Stens.

Frieda (1) und Schwester Elisa (3) möchten gerne auf dem blauen Plastikmotorrad „fahren“ – das ist nur schwer möglich: Der Sand ist so niedrig, dass sie gar nicht erst auf das Motorrad kommen. „Es fehlen mindestens 20 Zentimeter“, sagt Tobias Stens (37). Im Sommer wuchert außerdem die Bepflanzung, der Platz sei dann nicht einsehbar. Ein Angstraum entstünde. Immerhin: Müll findet man an den Spielgeräten im Bommerfeld derzeit keinen, die Mülleimer sind alle geleert.

Sand wird im Sommer gewechselt

Aus Sicht von Gerd Kinski, vom Amt für Jugendhilfe und Schule, gehört der „Steinspielplatz“, wie er unter Bommeranern heißt, zu den Guten in Witten. „Die Merianstraße war schon zu Beginn der Offensive in gutem Zustand“, sagt der 63-Jährige. Bis 2018 oder 2019 ständen daher auch keine großen Investitionen an.

Mit dem Sand ist das anders. Für die Instandhaltung ist das Betriebsamt zuständig, dieses werde in den nächsten Tagen vorbeischauen, verspricht Stadtsprecherin Lena Kücük. „Sand wird allerdings turnusmäßig im Sommer gereinigt oder aufgefüllt“, sagt Kücük. Der Grund ist, dass der alte Sand erst gereinigt werden muss. Tobias Stens schlägt stattdessen Gummimatten vor. „Gerade für kleine Kinder ist Sand das wichtigste“, meint Kinski. Außerdem seien die Matten kaum finanzierbar – es bleibt daher bei Sand.

80 000 Euro Investitionen für Andreas-Blesken-Straße

Für alle Bommeraner Kinder hat Kinski noch gute Nachrichten: Der Spielplatz an der Andreas-Blesken-Straße wird in diesem Jahr als „Funktionsfläche“ erneuert. „Wir investieren da etwa 80 000 Euro!“ Davon werden neue Spielgeräte gebaut. Außerdem wird in den nächsten Jahren der Spielplatz am Stahlhammer (hinter dem alten Edeka) ein wenig aufgepäppelt. Die Fläche an der Straße „Am Masling“, kurz vor Ortsausgang, soll unverändert bleiben.

In diesem Jahr entsteht im Lutherpark außerdem Wittens erster inklusiver Spielplatz – ihn können auch rollstuhlfahrende Kinder nutzen. Ebenfalls erneuert wird der Skaterpark an der Zeche-Holland-Straße in Herbede. Die Erneuerung der zwei Mittelpunktflächen kostet jeweils etwa 150 000 Euro.