Traum vom Wilp-Museum in Witten geplatzt

Witten - nicht mit ihr: Wilp-Witwe Ingrid Schmidt-Winkeler sucht einen anderen Standort für die Exponate ihres verstorbenen Mannes, dem Weltraum-Künstler und gebürtigen Wittener Charles Wilp. Ob sein Ufo bleibt, ist offen.
Witten - nicht mit ihr: Wilp-Witwe Ingrid Schmidt-Winkeler sucht einen anderen Standort für die Exponate ihres verstorbenen Mannes, dem Weltraum-Künstler und gebürtigen Wittener Charles Wilp. Ob sein Ufo bleibt, ist offen.
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Die Witwe des verstorbenen Künstlers Charles Wilp will Exponate aus Witten abziehen und Schadenersatz fordern. Kritik der CDU: Nie auf uns zu gekommen

Witten..  Aus der Traum vom Wilp-Museum: In Witten wird es keine Ausstellung mit Exponaten des verstorbenen Weltraumkünstlers Charles Wilp geben. Das erklärte die Witwe des gebürtigen Witteners, Ingrid Schmidt Winkeler, auf Anfrage.

„Es hat keinen Zweck, es ist Schluss“, sagt die Düsseldorferin. Die Exponate sollen aus Witten abgezogen werden, sobald ein neuer Standort gefunden sei. Sie lagern derzeit noch im Pumpenhaus an der Ruhrbrücke, das in ein Museum umgebaut werden sollte.

Grund für den Rückzug, der schon Ende Oktober beschlossen worden sein soll, ist die nie zustande gekommene Übereinkunft zwischen Politik und den Wilp-Vertretern über eine Rettung des Standortes an der Ruhr. Nachdem der Aufsichtsrat des Wasserwerks im Mai einer Umwidmung des Geländes am Pumpenhaus in eine „museale Nutzung“ überraschend einen Riegel vorgeschoben hatte, waren die Fronten verhärtet.

„Keine Reaktion der SPD“

Wilp-Witwe Ingrid Schmidt- Winkeler verwies auf den seit 2010 geltenden Nutzungsvertrag. Beim Wasserwerk dagegen hatte man Angst, die Rechte zur Trinkwassergewinnung zu verlieren. Nur die Politik hätte womöglich das Rad durch einen Ratsbeschluss noch einmal zurückdrehen können.

Doch nach einem ersten Kontakt mit der SPD habe er von ihr „keine Reaktion mehr erhalten“, sagt Erik Böhmer, Vorsitzender des Wilp-Fördervereins. Er fühle sich „hingehalten“ und „ausgebremst“. Fraktionschef Thomas Richter erklärte, dass er sich eigentlich bald mit dem Kreis besprechen wollte. Dieser säße bei einer Änderung des Flächennutzungsplans im Boot.

Witwe will Vertrag auflösen

Letztlich hatte Ingrid Schmidt-Winkeler die Geduld verloren. Daraus, dass sie jeden Tag ohne Museum Verluste mache und mehr Engagement von der Politik erwartet hätte, hatte sie nie einen Hehl gemacht. Sie will nun Schadenersatz fordern. Von wem konkret, ließ sie offen. Zudem deutete sie an, den noch mehrere Jahre laufenden Nutzungsvertrag auflösen zu wollen. „Ich will nicht für etwas haften, das ich nicht nutzen kann.“

Kritiker halten ihr dagegen vor, sich selbst für den Standort Witten nie richtig eingesetzt zu haben. „Es ist schade, dass die Entscheidung gegen Witten getroffen wurde“, sagt CDU-Kulturpolitiker Tobias Grunwald. „Man hätte sicher eine Lösung ausloten können.“ Aber er habe nie eine Anfrage der „Wilp-Seite“ erhalten, kritisiert er.

Futuro-Haus wird eingemottet

Ingrid Schmidt-Winkeler sucht derzeit nach einem anderen Standort für die Fotos und Skulpturen. „Es gibt etliche Angebote, aber es muss passen.“ Wohin Wilps Ufo („Futuro-Haus“) fliegt, das am Pumpenhaus steht und dem Wilp-Verein gehört, sei offen, so Erik Böhmer. Eine „Landung“ irgendwo in Witten – etwa am künftigen Café del Sol auf dem „Teppichland-Gelände“ oder am Märkischen Museum – schließt er nicht aus. Wichtig sei, dass das Konzept stimme. Klar ist: Die Zeit am Pumpenhaus läuft ab. Das Ufo soll bald mit einer Plane überzogen und eingemottet werden.

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