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Altes Klärwerk

Tauchparadies nimmt nächste Hürde

05.04.2013 | 21:15 Uhr

Witten. Der Entwurf der Machbarkeitsstudie belegt offenbar die Rentabilität des Projektes mit zwei Tauchbecken, Hotel und Gastronomie. Investor wird noch gesucht.

Der Essener Tauchlehrer und Inhaber einer Coaching-Schule, Thomas Kromp, treibt seine Pläne für ein Tauchzentrum in Heven – nach seinen Angaben bezüglich der Wassermenge das „weltgrößte“ – mit Tempo voran.

„Wir sind einen Riesenschritt weiter“, sagte der 63-Jährige, der in der Unterwasserszene auch als „der Tauch-Papst“ gehandelt wird, dieser Zeitung. Die Bank , die die Finanzierung übernehmen soll, hatte zuletzt zwei Bedingungen gestellt. Beide seien jetzt so gut wie erfüllt.

Erstens sei die Kostensicherheit nunmehr gewährleistet. Das Dortmunder Ingenieurbüro GMF, das den Komplex mit zwei Tauchbecken, Hotel (zunächst 80 Zimmer) und Gastronomie als Generalunternehmen bauen soll, hat eine Garantie abgegeben, dabei den veranschlagten Kostenrahmen von 9 Mio Euro nicht zu sprengen. Es würde sozusagen „zum Festpreis“ bauen.

Die zweite Bedingung ist die Machbarkeitsstudie zur Wirtschaftlichkeit. Diese wird von der Wuppertaler Hotel-Entwicklungsgesellschaft Schollen erstellt – laut Thomas Kromp ein etablierter Name im Hotel-Sektor. Über Ostern habe er jetzt ein 70-seitiges Vorgutachten erhalten, das schon anzeige, „wohin die Richtung geht“. Es bescheinige dem Projekt im alten Klärwerk „hervorragende Rendite- und Erfolgsaussichten“ – und das nicht nur dem Tauchzentrum, sondern auch dem Drei-Sterne-Hotel, dem Tagungs- und Seminarbetrieb und der Gastronomie. Das Gesamtprojekt habe eine „absolute Überlebenschance“.

8,3 Mio Liter Fassungsvermögen

Die endgültige Fassung des Gutachtens wird Ende April in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Bochum einem Kreis geladener Gäste vorgestellt, darunter aus Witten der Stadtbaurat, der Stadtmarketingchef und die Spitzen der Ratsfraktionen. Dabei sein werden zudem Verantwortliche einer Bank und der IHK sowie der Hotelier des Schlosshotels Waldeck vom Edersee. Er soll sich für das Projekt im Revier interessieren.

Wer aber möglicherweise als Investor in das Neun-Millionen-Vorhaben einsteigt, ist noch nicht ausgemacht. Den sucht Projektentwickler Kromp noch. Die Wirtschaftlichkeitsstudie mit der (voraussichtlich) positiven Prognose ist für ihn dabei ein starkes Pfund. Bei einer anderen Beurteilung „wäre das Projekt tot gewesen“.

Auch der Beton der beiden Wasserbehälter wurde inzwischen untersucht. Ein Gutachten bescheinigt ihm gute Substanz. Das Freibecken mit 40 Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe und der Faulturm (16 Meter Durchmesser, 24 Meter tief) des alten Hevener Klärwerks sollen erhalten bleiben, würden aber neu ins Szene gesetzt. Das heutige Freibecken, dann Übungsbecken, bekommt eine umlaufende gläserne Wand und ein Dach aus Solar-Zellen.

Der Turm verschwindet größtenteils im neuen Hotelgebäude – Einstieg übers dritte Obergeschoss. Der Turmbehälter ragt noch 8 Meter in die Erde hinein. Es ist das Gesamtfassungsvermögen von 8,3 Mio Litern der beiden Behälter, das offenbar beispiellos ist. Andere Tauchzentren in Deutschland sollen bei etwa 3 Mio Litern liegen.

Johannes Kopps



Kommentare
08.04.2013
10:07
Entscheident für einen Investor
von p.s.a | #2

sind nicht die Kubikmeter oder die Definition was ein Tauchbecken ist. Wichtig ist allein die Rendite. Da zählt das Gesamtpaket. Und das profitiert von den Freizeiteinrichtungen der unmittelbaren Umgebung. So wie die umgekehrt natürlich auch Nutzen von einem solchen Projekt haben. Die Stadtverwaltung sollte dass ganze aktiv begleiten, in dem es nicht nur das Projekt unterstützt, sondern im Umfeld Orte entwickelt an denen weitere Freizeiteinrichtungen ihren Platz finden können.

Ein zeitgemäßen Angebot für die Funsportgeneration ist die Chance Witten zu einem Standort für mehrtägige Ruhrtouristik zu machen.

06.04.2013
23:58
Wie oft noch?
von Muellermueller | #1

"In Duisburg entstand aus einem 2.400 qm großen und 6,50 m tiefen ehemaligen Trinkwasserspeicher das Tauchcenter Nullzeit. Das riesige Betonbecken fasst knapp 16 Millionen Liter Wasser."

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