Tauchen auf dem Stundenplan
15.02.2010 | 12:27 Uhr 2010-02-15T12:27:00+0100
Witten. Die Luft ist stickig, als der Unterricht der zwölf Hardenstein-Schüler beginnt. Es herrschen fast 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Doch Max, Alice, Nicolai und die anderen nehmen es cool: Die Gesamtschüler plantschen im Vormholzer Hallenbad – es ist Zeit für die Tauch-AG der Schule.
Seit Beginn dieses Schuljahrs gebe es dieses Angebot jetzt schon, sagt Schulleiter Erwin Eßmann – „und es kommt super an”. Tauchlehrerin Sabine Pohl nickt zustimmend: „Es gab so viele Anmeldungen – da konnten wir gar nicht alle nehmen.” Schließlich habe man die Plätze nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt mahlt zuerst” vergeben. Schon jetzt stünden rund 20 Schüler auf der Warteliste fürs nächste Schuljahr.
Bei einem solchen Angebot sei der Ansturm aber kein Wunder, meint Sabine Pohl. Schließlich können die Schüler am Ende des Schuljahres einen Tauchschein machen. Nicolai Knapp (14) denkt schon jetzt an den Urlaub in Ägypten. „Da fahren wir regelmäßig hin”, verrät der Schüler. „Dann will ich natürlich auch tauchen gehen.”
Neben Theoriestunden in der Schule gibt es eben dazu die Praxisstunden im Hallenbad. „Und am Schluss geht es an zwei Wochenenden zur Möhnetalsperre. Dann wird sich zeigen, was die Jungs und Mädels gelernt haben”, sagt Sabine Pohl, die noch von einem weiteren Tauchlehrer unterstützt wird. Dass das schon einiges ist, zeigt Max Schulte-Steinen. Der 15-Jährige übt gerade den „Einstieg ins tiefe Wasser” – eine der vielen Übungen der Hardenstein-Taucher. Dabei stellt sich der Schüler samt 25 Kilo-Ausrüstung rückwärts auf das Absprungbrett am Beckenrand und springt ins Nass. Dann zeigt Max mit der Hand auf den Kopf – in der Tauchersprache heißt das, dass alles in Ordnung ist. „Normalerweise macht man das vom Boot aus”, erklärt Sabine Pohl, eigentlich Lehrerin für Geschichte und Erziehungswissenschaft. Solche wichtigen Dinge müssten eben überall sitzen – auch im Hallenbad.
Am anderen Ende des 25 Meter langen Beckens ist gerade Alice mit ihren Freundinnen ins Wasser gesprungen und pustet kräftig durch die Nase. Wenn die Taucherbrille mit Wasser volllaufe, erklärt Sabine Pohl, dann könne man so wieder freie Sicht bekommen. „Das ist ganz wichtig unter Wasser.” Dann beginnt die Hardenstein-Lehrerin allmählich ihre Tauch-Schüler wieder zusammenzutrommeln. So eine Tag unter Wasser gehe eben immer schnell rum, meint der 14-jährige Nicolai und schraubt seine Ausrüstung aus Mundstück, Weste und Sauerstoffflasche wieder in ihre Einzelteile auseinander. Der Hardenstein-Schüler nimmt's gelassen: „Nächste Woche geht es ja wieder unter Wasser.”
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