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Sympathische Hüftgold-Träger

08.10.2009 | 07:00 Uhr
Sympathische Hüftgold-Träger

Die Wittener Künstlerin Christel Lechner zeigt ihre neuen Figuren. Nicht im Hinterzimmer-Atelier – sondern daheim

Noch ist viel zu tun an der Stoltenbergstraße in Durchholz: Es wird eifrig geputzt, gefegt, Bilder werden aufgehängt, moppelige Beton-Figuren hin und her gestellt – es soll alles stimmen, morgen, wenn die Ausstellung von Christel Lechner beginnt.

Die 61-Jährige ist die „Mutter” der „Lechner-Figuren” und hat das Wittener Stadtbild wohl so stark geprägt, wie kein anderer Künstler: Die etwas pummelig anmutenden, aber umso sympathischeren Männer und Frauen sind in der Innenstadt unübersehbar – und kaum mehr wegzudenken.

Genauso wie Lechners Ausstellung: Seit 18 Jahren zeigt die Künstlerin ihre neuesten Figuren. Und das nicht in einem Hinterzimmer-Atelier. Nein, Lechners riesiges 35 000 Quadratmeter-Grundstück samt 300 Jahre altem Schmiedehaus wird für vier Tage zur öffentlichen Ausstellungsfläche. „Ich mache Kunst nah am Menschen”, sagt Christel Lechner. „So kann sich jeder ein eigenes Bild von meinen Figuren machen.”

In diesem Jahr dürfen sich die Besucher auf drei Projekte der gelernten Keramikerin freuen. Neben zehn grün uniformierten Schützen gehört dazu auch ein 300 Kilo schwerer Beton-Prinz. Zuhause ist der Koloss in einem grünen Pavillon, direkt in Lechners Garten. Auf den ersten Blick gleicht er den anderen Figuren der Wittener Künstlerin: Liebevoll bunt angemalt, mit etwas Hüftgold an den Seiten, strahlt er das Lebensgefühl des einfachen Menschen aus.

Doch der Prinz ist einer der wenigen in Lechners Ausstellung, der noch jung geblieben zu sein scheint, noch keine Sorgenfalten auf der Stirn hat und nicht so viel zu erzählen weiß. „Die meisten Figuren sind im letzten Drittel ihres Lebens”, sagt Lechner. „Das Alter, in dem viele mal ein Stück Torte mehr essen.”

So wie vielleicht auch die vier Putzfrauen. Etwas in die Jahre gekommen, mit Besen und Zigarette in der Hand, stehen sie mit nachdenklichem Blick an einem Balkongitter – so zu sagen der „Gegenentwurf zur schönen, heilen Welt”, wie es Christel Lechner nennt. Fast schon ein bisschen verloren wirken die Vier inmitten des riesigen Stückes Land. Aber gerade dieser Freiraum ist es, der die Projekte so sympathisch macht und Raum für eigene Gedanken lässt.

Bereits seit zwei Jahrzehnten danken es Christel Lechner Kunstinteressierte aus ganz Deutschland. Mittlerweile sind ihre Figuren so beliebt, dass die im ganzen Land zu sehen sind – von Göttingen über Witten, bis nach Aalen in Baden-Württemberg. Doch dafür musste die 61-Jährige hart arbeiten. „Die ersten Figuren haben über drei Jahre in meinem Garten gestanden.” Erst langsam wurde man auf ihre Arbeiten aufmerksam. „Das war ein langer Prozess.”

Der hat sich gelohnt. Nun heißt es also zum 18. Mal: Bühne frei für Lechner-Liebhaber – „wenn denn das Wetter hält”. . .

Mehr Informationen:

Die Ausstellung (Stoltenbergstraße 15) ist Freitag (17-20 Uhr), Samstag und Sonntag (11-20 Uhr) sowie am Montag (11-19 Uhr) zu sehen. Dabei stellen vier weitere Künstler aus: Die Wittener Malerin Ina Riepe, Solveig Lahnwehr, eine Keramik-Künstlerin, der belgische Maler Piet Raemdonck – und Lechners Tochter Laura, die düstere Bilder präsentiert.

Dennis Sohner

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Kommentare
03.12.2009
17:50
Sympathische Hüftgold-Träger
von Kerstin h. | #9

Figuren die Alltagssituationen zeigen - Kunst die einmal ganz nah am Leben ist, hat doch was

11.10.2009
03:13
Sympathische Hüftgold-Träger
von Antileidemann | #8

@2 Sagt ihnen der Begriff Ironie etwas? Anscheinend nicht. Aber viel Spaß beim nachlesen.

09.10.2009
08:03
Sympathische Hüftgold-Träger
von tumik | #7

Dies Kommentare offenbaren den Geist der in den Wittenern steckt und nicht die Figuren.

09.10.2009
00:42
Sympathische Hüftgold-Träger
von Wittencity | #6

Och so unschön sind diese Figuren wirklich nicht, und eines hat die Künsterlin geschaft, was Witten bisher fehlte: Widererkennungswert

und schöner als die häßlichen Nashörner in Dortmund sind unsere Übergewichtigen Figuren allemal!!!!

08.10.2009
23:46
Sympathische Hüftgold-Träger
von St.Kockfrau | #5

Niemand von uns ist allein, glaubet an das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus!

08.10.2009
23:41
Sympathische Hüftgold-Träger
von K. Stockmann | #4

Anfangs habe ich die Figuren ganz lustig gefunden. Inzwischen gehen sie mir ganz gefährlich auf die Nerven und ich weiß, dass ich da nicht allein bin.

08.10.2009
23:11
Sympathische Hüftgold-Träger
von Ulla Siebke | #3

Hässlich sind sie ja vielleicht nicht, aber wenn ich diese bräsigen Typen vor dem Standesamt sehe, die dort im Doppelripp-Unterhemd rumstehen, kann ich nur sagen: Die Stadt, die so etwas aufstellt, offenbart den Geist, der in ihr herrscht. Übergewichtig, mit Prekariatsoutfit, die Lechner Figuren sind von einer schwer erträglichen Unterklassenbräsigkeit, an der ich keinerlei Gefallen finde.

08.10.2009
20:48
Sympathische Hüftgold-Träger
von AnlageB | #2

Hässliche Figuren die die Stadt zieren!? Denk mal drüber nach was Du schreibst oder schau im Duden nach.

08.10.2009
20:32
Sympathische Hüftgold-Träger
von Antileidemann | #1

Nicht schon wieder dieser hässlichen Figuren, die mitlerweile die Ganze Stadt zieren. Ist die Künstlerin etwa eine Bekannte der Leidemann oder warum stellt die Stadt diese Dinger überall auf.

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