Sturmtief Niklas schüttelt Witten kräftig durch

Entwurzelt wurde dieser Baum am Vormittag an der Merianstraße, Nähe Bommerfelder Ring. Das Mehrfamilienhaus verfehlte er nur knapp. Die Sitzbank, auf die er stürzte, ging völlig zu Bruch.
Entwurzelt wurde dieser Baum am Vormittag an der Merianstraße, Nähe Bommerfelder Ring. Das Mehrfamilienhaus verfehlte er nur knapp. Die Sitzbank, auf die er stürzte, ging völlig zu Bruch.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bäume stürzten am 31. März auf Straßen und Schienen. Die Bahn stoppte ihren Regionalverkehr in ganz NRW. In Witten fuhr nur Abellio weiter.

Witten.. Das Sturmtief Niklas hielt die Feuerwehr am Dienstag im ganzen Stadtgebiet in Atem: Bäume und Äste stürzten auf Straßen, Wege und Schienen. Dachziegel lösten sich und fielen in die Tiefe. Außerdem stellte die Bahn wegen der Großwetterlage ihren Regionalverkehr in ganz NRW ab 11 Uhr ein.

Es ging Schlag auf Schlag. 26 Sturmeinsätze fuhr die Feuerwehr zwischen 8.30 Uhr und 18 Uhr. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden, auch nicht an der Merianstraße, wo ein Baum mit ausladender Krone auf eine Parkbank krachte und diese zerstörte. Am Helenenbergweg fiel ein Baum gegen ein Haus. Im Bereich Rauendahlstraße/Muttental waren die Motorsägen im Dauereinsatz. Bäume lagen auf den Gleisen des Museumszugs und auf der Kleinbahn bei Zeche Theresia.

Die größte Gefahr ging laut Feuerwehr von herabfallenden Dachziegeln aus. Die Konrad-Adenauer-Straße wurde deshalb gesperrt. Dort sowie in der Galen- und der Ardeystraße musste die Drehleiter ausgefahren werden. Am Heidnocken (Heven) holten Einsatzkräfte eine baumelnde Hausantenne vom Dach, in der Breitestraße fischten sie eine Kaminhaube aus einer Baumkrone. In Herbede sicherten sie eine Werbetafel, die auf die Wittener Straße zu stürzen drohte.

Keine Durchsagen am Hauptbahnhof

Kurz vor 11 Uhr fiel an der Wetterstraße, Nähe Kohlensiepen, ein großer Baum auf die Bahnstrecke zwischen Witten und Wetter, die daraufhin gesperrt werden musste. Die Bahn hatte den Zugverkehr der DB Regio in NRW aber schon kurz zuvor wegen der Gesamtlage für den restlichen Dienstag eingestellt. In Witten fielen deshalb der Regionalexpress 4 nach Dortmund und Aachen sowie die S-Bahnen nach Dortmund und Hagen aus.

Abellio ließ den RE16 (Iserlohn/Siegen – Witten – Essen) und die RB 40 (Hagen — Witten – Essen), letztere zumindest teilweise, weiterfahren. Wegen der Streckensperrung konnten die Abellio-Züge aber nicht den Bahnhof Wetter anfahren, sie wurden über den Viadukt auf die südliche Ruhrstrecke und Wengern-Ost umgeleitet.

Berufspendler Ludger H. (54), hatte davon zufällig im Internet erfahren. Statt direkt mit dem RE4 wollte er es mit Abellio bis Hagen und von dort mit einer weiteren Privatbahn bis Wuppertal schaffen. Für die Nöte der Bahn hatte er Verständnis. Er vermisste aber regelmäßige Durchsagen für alle Bahnkunden auf den Bahnsteigen. Auf den Anzeigetafeln von S-Bahnen und RE 4 stand nur „Fällt heute aus.“