Studie über Mangelernährung in Altenheimen geht in dritte Runde
06.01.2010 | 12:15 Uhr 2010-01-06T12:15:00+0100
Im Alter können viele Menschen nicht mehr so gut riechen und schmecken, das mindert den Appetit. Nach Erkrankungen wie Schlaganfällen fällt ihnen oft auch noch das Schlucken schwer. Diese Faktoren führen häufig dazu, dass alte Menschen zu wenig essen.
Das Thema Mangelernährung in Altenheimen untersucht das Institut für Pflegewissenschaften der Uni Witten/Herdecke jetzt schon seit zwei Jahren. Im April soll die dritte Befragung an Altenheimen in ganz Deutschland starten. Eines der wichtigsten Ergebnisse bisher: Jeder vierte Bewohner der befragten 65 Altenheime ist wahrscheinlich mangelernährt, weitere 26 Prozent weisen ein Risiko für eine Mangelernährung auf. Männer sind der Studie zufolge weniger gefährdet als Frauen.
Ganz wichtig aber sei bei diesen Ergebnissen die Einordnung, betont die Projektleiterin Prof. Sabine Bartholomeyczik. Mittlerweile gingen nur noch die Menschen ins Altenheim, die aufgrund von Krankheiten nicht mehr alleine leben könnten. Etwa Dreiviertel der Bewohner in der Befragung seien schwer pflegebedürftig, weit über die Hälfte dement. Dass es hier andere Probleme mit der Ernährung gebe als bei jungen gesunden Menschen, sei nicht überraschend.
„Ziel des Projekts ist es, mehr Informationen darüber zu bekommen, wie die Qualität in der Altenpflege verbessert werden kann”, sagt Bartholomeyczik. Und so wurde bei der Befragung nicht nur das Körpergewicht der Senioren notiert, sondern auch der Body-Mass-Index (Körpergewicht im Verhältnis zur Größe), welche Maßnahmen in den Einrichtungen zur Förderung der Ernährung unternommen werden und ob es Standards gibt, wie mit Problemen in diesem Bereich umzugehen ist. Die Daten aller Einrichtungen fließen in die Gesamtstudie ein, die spezifischen Daten erhalten nur die Häuser selbst für die eigene Analyse, betont Sabine Bartholomeyczik.
Auch wenn die Studie in diesem Jahr weitergeht, hätten die bisherigen Ergebnisse schon gezeigt: Altenheime brauchen gut qualifizierte Pfleger. Den Plan, die Hälfte der Pflegestellen in Altenheimen mit Hilfskräften zu besetzen, „halte ich für schwierig”, sagt Bartholomeyczik. Sie hofft jetzt, dass viele Altenheime bei der dritten Befragung teilnehmen. Denn um die Pflegequalität zu verbessern, braucht das Team so viele Daten wie möglich.
19:05
Ich arbeite in einem Pflegeheim, viele Bew. haben ihr Idealgewicht und da liegt der BMI halt unter 24, aber meine Bew. bekommen 6 Mahlzeiten pro Tag und wir versuchen den BMI über 24 zu bekommen.
Manchmal klappt es manchmal nicht.
17:17
Solange die Alten nur als Kostenfaktor gesehen werden, wird sich nicht viel ändern. Das Thema ist
mittlerweile Jahrzehnte alt. Außer Versprechungen
u. Unschuldsgesichter unserer Politiker ist in den
ca. letzten 10 Jahren nichts passiert; außer, daß
die Kinder herangezogen werden u. sie ihre eigene
Existenz auf Spiel setzen müssen. Pfui.
16:13
Wenn die Pflegesätze noch nicht mal mehr für satt, sauber, ruhig reichen könnte es sein, das da irgendetwas im System faul ist.