Studenten stellen die Gretchenfrage

Foto: APPELHANS

Johann Wolfgang von Goethe hat sein Werk, den „Faust“, in mehreren Fassungen geschrieben: 1808 veröffentlichte er als Mittfünfziger „Der Tragödie erster Teil“, den zweiten Teil schrieb er als 80-Jähiger in den letzten Jahren vor seinem Tod. Eine erste Version des Werks aber schrieb er bereits mit Mitte Zwanzig: den „Urfaust“. Am 20. und 21. Mai 2015 zeigen die Studierenden auf der Studiobühne im Knut’s unter Leitung von Blanche Kommerell ihre Sichtweise auf dieses Werk.

Dass der gleiche Stoff in unterschiedlichen Lebensaltern bearbeitet wurde und heute noch in unterschiedlichen Auffassungen vorliegt, ermunterte die Regisseurin Blanche Kommerell zu einer eigenen Interpretation. „Der Urfaust war mehr oder weniger nur die Gretchenfrage. Das war uns zu wenig und so haben wir einige der schönen Szenen aus „Faust 1“ dazugestellt“, erklärt sie die Idee zu ihrer Fassung.

Stoff bleibt aktuell

Wie aktuell der Fauststoff mit seinen vielschichtigen Thematiken immer noch ist, erfuhr das Ensemble gemeinsam bei den Proben: Da wäre der Mensch, der an sich und seiner Zeit verzweifelt. Der „Böse“, der „Gutes“ schafft und dabei selbst seinen Spaß hat. Ein Mädchen, das lernt, auf sich selbst zu hören. Der moderne Mensch, der alles sofort will und das sehr zu seinem eigenen Nutzen.

Aber es geht auch um das ganz Natürliche, das die Zeiten überdauert: Menschliches Streben, Versagen, Gelingen in allen Formen und Ausprägungen haben die Mitglieder des Ensembles in Goethes Werk gefunden. All das möchte das Theater der Uni nach dem Erfolg der ersten Aufführung im Dezember nun auch auf der Studiobühne im Knut’s, Wiesenstraße 25, zeigen. Die Aufführungen beginnen am nächsten Mittwoch und Donnerstag, 20. und 21. Mai, jeweils um 20 Uhr.