Studenten fischten die 100 schrägsten „Lehr“-Videos

Eine heißer Kandidat für das schrägste der 100 schrägen „Lehr“-Videos: das Filmchen zum Thema Pudelfitness
Eine heißer Kandidat für das schrägste der 100 schrägen „Lehr“-Videos: das Filmchen zum Thema Pudelfitness
Foto: HMKV
Aus dem weltweiten Netz ins „Dortmunder U“: Studenten aus dem Seminar für Kulturreflexion der Universität Witten / Herdecke schufen die Ausstellung für den Hartware Medienkunstverein. Auf 100 Monitoren und Projektionen gibt’s Tipps für alle Lebenslagen: vom Küssen bis zur Fitness für Pudel.

Witten..  Die Schule des Küssens ist schnell absolviert: das „Lehr“-Video „How to kiss“ dauert 5:24 Minuten. Um zur Berühmtheit auf Youtube aufzusteigen, muss das amüsierte Publikum schon länger hinschauen: 6:04 Minuten. 16 Studenten der Universität Witten / Herdecke sorgten mit ihrem Hochschullehrer, Privatdozent Dr. Christian Grüny, für eine hoch amüsante, teils auch nachdenklich stimmende Ausstellung im „Dortmunder U“. Titel: „Jetzt helfe ich mir selbst“, Untertitel: „Die 100 besten Video-Tutorials aus dem Netz“, bis Ende August zu bewundern als Ausstellung des Hartware Medienkunstvereins (HMKV).

Etwas ältere Autobastler kennen noch den Titel-Slogan als Buchreihe, mit deren Hilfe sich nicht nur Ford Capri und Opel Manta aufmotzen ließen. Für die ersten bewegten Selbsthilfe-Bilder sorgte etwas später Jean Pütz. Auch seine „Hobby­thek“ ist Teil der Ausstellung.

Vor allem aber fischten und fanden die Wittener Studierenden in den unendlichen Weiten des Internets. Die Ergebnisse einer ergötzlichen Auswahl flimmern im ehemaligen Union-Brauturm auf hundert Monitoren und Projektionen.

Was lernt der Neugierige? Zum Beispiel, wie man Papst wird. Oder wie frau einen achtteiligen Gesichtsschleier anlegt. Ein kräftiger Australier zeigt, wie er mit bloßen Händen ein Känguru fängt – zur Nachahmung allenfalls für Zoowärter zu empfehlen. Alltagstauglicher sind vielleicht die Antworten auf die Frage: Wie komme ich an jedem Türsteher vorbei?

Mal sind’s Ruckelbildchen aus dem Smartphone, mal fast professionelle Kurzfilme. Für die Wittener Studenten war’s ein ungemein kurzweiliges Seminar der Fakultät für Kulturreflexion, geleitet vom Junior-Professor Christian Grüny und von Frederik Bury. Von der Konzeption über die Recherche bis zur Führungen durch die heute eröffnete Ausstellung war und ist die Kultur-Klasse bei allen Etappen des Ausstellung-Machens dabei.

Am morgigen Samstag, 5. Juli, um 16 Uhr laden die Ausstellungsmacher zu einem gemeinsamen Rundgang ein – mit Dr. Inke Arns, der Künstlerischen Leiterin des Hartware Medienkunstvereins und mit den Wittener Studierenden, die das jeweilige „Lehr“-Video ihrer Wahl vorstellen werden. Eintritt frei.