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Radweg vor dem...

Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern

28.10.2010 | 16:43 Uhr
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern

Witten.Der Streit um den Radweg am Bahnhof hat die nächste Runde erreicht. Taxifahrer und Planer trafen sich am Donnerstag (28.10.) zu einem Klärungsgespräch. Es folgten Geschrei, Erklärungsversuche und ein Vorschlag der Stadt.

Eine Woche, nachdem sich Taxifahrer und Radler darüber beschwert hatten, dass die Taxi-Wartespur an der Bergerstraße zu eng am Radweg gebaut wurde und das Radfahren gefährlich sei, stellte sich Verkehrsplaner Andreas Müller den Vorwürfen der Taxifahrer. Dabei war auch Johannes Seidel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC).

Zum Wortführer der Taxifahrer hat sich Maik Bühren erklärt, 28 Jahre alt und um keinen Spruch verlegen. Er wettert los, gestikuliert wild: „Jetzt erklären Sie mir, wie man diesen Schwachsinn planen konnte.“ Der Platz sei viel zu eng, die gesamte Wegführung an der Bergerstraße bekloppt. Wenn er als Taximann die Fahrertür öffne, schimpft er weiter, sei das für Radfahrer lebensgefährlich. „Und sagen Sie nicht, ich darf in der Wartespur nicht meine Tür öffnen.“ Im Sommer „ist das unerträglich“. Andreas Müller, per Rad angereist und von ruhigem Gemüt, lässt die Schimpftirade über sich ergehen, sagt schließlich: „Steigen Sie doch auf der anderen Seite ihres Wagens aus. Da behindern sie die Radfahrer nicht.“

Maik Bühren entgegnet: „Und was mache ich, wenn der Funk ruft? Da muss ich die Fahrertür öffnen!“ Verkehrsplaner Müller: „Sie sind verpflichtet, einen Blick in den Rückspiegel zu werfen, bevor sie ihre Tür öffnen.“ Bühren: „Wissen Sie, wie oft ein Radfahrer hier durch will? Müller: „Da übertreiben Sie, wir sind nicht in Peking.“ So geht es hin und her. Maik Bühren ist mittlerweile recht laut geworden. Zwischendurch verlässt er wütend den Platz.

Müller versucht zu erklären, wie, wann und warum die Verwaltung was geplant hat. Dabei kommen Wörter wie „förmliches Verfahren“ und „Antrag“ vor. Mitunter klingt es bürokratisch. Aber dann wird der städtische Mitarbeiter konkret: „Es sind jetzt mehr Taxen in der Wartespur als früher. Das müsste Sie doch freuen.“ Überhaupt sei der Umbau kommuniziert worden. „Als vor acht Jahren die Baupläne beschlossen wurden, hat sich kein Taxifahrer beschwert. Keiner!“

„Das ist doch lange her. Die Situationen verändern sich“, sagt Taxifahrer Maik Bühren. Andreas Müller erklärt die lange Zeit zwischen Baubeschluss und Baubeginn damit, dass unterschiedliche Geldgeber beteiligt seien. Das führe zu Verzögerungen. In die Runde schleicht sich irgendwie ein Stuttgart-21-Gefühl.

Die Lösung? Bühren fordert, die Kurzzeitparker an die Wartespur der Taxen zu verlegen und den Taxen die Kurzzeitparkplätze zur Verfügung zu stellen. Diese Stellplätze liegen näher am Bahnhofsgebäude, dort kommen sich Radler und wartende Autofahrer nicht so schnell in die Quere. Andreas Mülller hält das für schwierig, bietet aber als Kompromiss an, das mit der Polizei und Straßenverkehrsbehörde zu diskutieren. Ein Beobachter wirft den Taxifahrern vor, sich den Radlern oft sogar extra in den Weg zu stellen.

Johannes Seidel vom ADFC fordert, die Benutzungspflicht für den Radweg aufzuheben. Auf deutsch: Die Radfahrer sollen nicht unbedingt auf dem Radweg fahren müssen.

Alexandra Trudslev

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Kommentare
29.10.2010
18:39
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von velemeter | #24

In der Schule hätte man gesagt, Thema verfehlt.
Hier geht es um eine Fehlplanung und nicht um einen durchaus ausländerfeinlichen Privatkrieg gegen Taxifahrer.
Der Administrator sollte eingreifen.

29.10.2010
16:19
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von Michael-Constantin | #23

Würden viele nicht so faul sein, und mit denen nicht fahren, hätte sich das Problem mit den Banden Ruck Zuck erledigt.

29.10.2010
15:59
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von Timber | #22

PS: Über den Müller als Verkehrsplaner brauchen wir gar nicht diskutieren...
Jedes Kind im Grundschulalter hätte da mehr Durchblick :-((

29.10.2010
15:56
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von Timber | #21

@velemeter

Ich fahre jeden tag mind. 4-6 mal am BHF vorbei...
Ist schon auffällig, dass die ic-Fraktion da schön mit offenen Türen steht und palavert, während andere sich inzwischen daran halten und zwischen den Autos stehen und die Türen geschlossen haben bzw. ganz im Wagen sitzen bleiben...

Ich bin gewiss nicht ausländerfeindlich, aber diese Banden gehen mir bei den taxiunternehmern seit Jahren hier auf den Keks und machen zudem für die alteingesessenen zudem die Preise kaputt.

Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand kann man sich sicherlich auf beiden seiten arrangieren. so eine taxitür muss ja nicht die ganze Zeit auf sein und wenn man aussteigt in den Spiegel zu schauen ist auch nicht zuviel verlangt.

Timber

29.10.2010
14:42
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von lukas_aus_lummerland | #20

ein radfahrer als verkehrsplaner ist wie eine
eheberatung beim papst - beides theoretiker.

29.10.2010
14:16
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von Bertermann | #19

Es ist doch immer wieder schön wenn die lieben Taxifahrer ihre Urinspuren während der Wartephasen bei unserem Vereinsheim am Hbf.hinterlassen!! Vielen Dank!! Zu Herrn Müller ist zu sagen das dieser Mann mit seinen Planungen der letzten Jahre völlig fehl am Platze ist. Sollte von Frau Leidemann mal überdacht werden.

29.10.2010
12:44
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von Markus Reimann | #18

Alles Müll(er) oder was ? Kreuzung Marienhospital, Straßenführung Crengeldanz, Bommeraner Brücke,diverse Ampelschaltungen, Kreisverkehrregelungen an den unmöglichsten Stellen- unsere Straßenplaner haben es wirklich geschafft,uns ganztägig und flächendeckend ein Verkehrschaos und Dauerstau beim Befahren von Wittens Straßen zu bescheren..-und jetzt dieser neue Schildbürgerstreich der Bahnhofsplanung. Vor einiger Zeit war in der WAZ zu lesen,die SPD Fraktion wolle die Verkehrsplanung der Verwaltung zukünftig genauer prüfen und kontrollieren. Guter Vorsatz-aber bitte auch dringend umsetzen!! Denn sonst steigt demnächst noch ganz Witten auf der Beifahrerseite aus dem PKW - gehts noch??

29.10.2010
12:34
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von Kulturirrsinn | #17

Für Taxifahrer gilt generelle keine Anschnallpflicht, damit diese im Falle eines Überfalls schnell aus dem Fahrzeug flüchten können.

Wer gegen eine Autogerechte Stadt ist, kann hier deutlich erkennen, dass eine Fahrradgerechte Stadt noch viel viel schlechter funktioniert. Dass der Müller mit dem Fahrrad zu dem Gesprächstermin erschienen ist, zeigt doch schon, auf welcher Seite er ist. Der gehört besser nach Münster, dort kann der seinen Fahrradwahn ausleben.

29.10.2010
10:46
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von velemeter | #16

Es geht schon wieder los, Timber nicht die IC sind das Problem sondern Herr Müllers Planung.
Es gibt hier ein Problem mit der Planung und keine Ausländerdiskussion.
Ich fahre mit den Ic sehr gut.

29.10.2010
10:32
Streitgespräch zwischen Stadt und Taxifahrern
von prinz_charming | #15

Tolle Mütze, Herr Verkehrsplaner.

Wenn man die Scheuklappen vorne hochklappt, hat man sogar mal ab und an den Durchblick.

Leider viel zu selten :-)))

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