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Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse

20.10.2008 | 19:13 Uhr
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Bauschilder wurden abgebrochen, Interessenten von Alteingesessenen mit Hinweis auf "Giftdeponie" vergrault.Anwohner besorgt wegen Belastung der Straße durch schwere Lkw. Investor will zunächst zehn Häuser errichten

Für "geschäftsschädigend" hält der Wohnbau-Investor den Anlieger-Hinweis auf eine "Giftmülldeponie". Archivbild: Liesenhoff

Der Streit um die Wohnbebauung am Kleff in Heven ist eskaliert. Unbekannte haben am Wochenende ein Bauschild des Investors umgestürzt, ein weiteres Schild ebenfalls demoliert und versetzt. Anwohner des Kleffs informierten Bauwillige, die sich am Sonntag im Service-Container des Investors beraten lassen wollten, über die Hintergründe ihres jahrelangen Protests, Stichwort "Giftmülldeponie".

"Hier wird das Recht auf Ausübung der Gewerbefreiheit mit Füßen getreten", sagte am Montag Wolfgang Morgenroth, Geschäftsführer der Adams + Partner Wohnungsbau GmbH in Essen. Er sprach von einer "massiven Beeinträchtigung", wenn Anwohner Bauwillige mit dem Hinweis vergraulten, sie sollten lieber die Finger von den Grundstücken lassen, denn in der "gesicherten Altlast" des Ruhrverbandes im nördlichen Teil der ehemaligen Klärschlammbecken schlummere "Gift".

"Die ersten zehn Häuser bauen wir direkt am Kleff", so Morgenroth weiter. "Wenn Kleff-Anwohner, wie geschehen, Schilder mit 'Noch 80 Meter bis zur Giftmülldeponie' aufstellen, so ist das einfach unwahr." Sauer ist der Geschäftsführer auch, weil das Schild eines Bochumer Architekten, der zwei Grundstücke zur Wohnbebauung gekauft habe, nachts abgebrochen und zum Service-Container des Investors umgesetzt worden sei.

Mehr als ein Aufreger für die Anlieger ist der Schwerlastverkehr auf der Kleff-Straße. Sie klagen über Lärm, Staubbelastung und dass die Straße schon jetzt erhebliche Schäden aufweise. In Gesprächen mit der Wittener Bauverwaltung, so die Kleff-Anwohner Klaus Hebestreit und Egon Jendryan, sei mehrfach darauf hingewiesen worden, dass die aufgestellten Verbotsschilder für Lkw über zwölf Tonnen von den Fahrern missachtet worden seien. "Im Bauamt", so Jendryan, "hat man mich an die Polizei verwiesen." Anwohner Klaus Hebestreit ist einen Schritt weiter gegangen. Er hat "wegen Untätigkeit von Polizei und Stadtverwaltung" wegen solcher Verbotsverstöße beim Regierungspräsidenten in Arnsberg Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.

Seit Bekanntwerden der Bebauungspläne in 2005 schwelt der Streit. "Wir wollen keine Eskalation, stehen mit dem Rücken zur Wand", sagt Morgenroth, der auf die Baugenehmigung verweist. "Wir haben die Häuserzahl auf 40 reduziert. Grundstückseigentümer ist noch der Ruhrverband. Wir hoffen auf eine Beilegung des Streits. Es wollen doch auch andere am Kleff gut wohnen."Im Baustellenbericht vom Sonntag (19.10.) hat der Mitarbeiter des Wohnungsbauinvestors notiert: Sachbeschädigung an 2 Bauschildern, Bauschild Kemper fehlt, liegt in der Auffahrt, steht teilweise zerstört neben Container, zwei Besucher wurden von Nachbarn abgefangen.

Von Rudolf Kellerhoff

Kommentare
11.04.2009
14:10
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von einwittener | #9

Andere vor möglichen Folgen zu warnen wäre ehrenhaft. Aber selber direkt dort zu wohnen und dann dieses ohnmächtige Theater zu machen, sieht doch eher danach aus, dass es nicht um die Sache geht sondern nur darum nicht noch mehr neue und unerwünschte Nachbarn zu bekommen. Das ist schon sehr offensichtlich und peinlich. Gibt´s auch Bebauungsgegener, die dort bereits persönlich weggezogen sind?!? Das wäre mal ein eine Tat mir echter Wertigkeit!

02.11.2008
23:02
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von Lederstrumpf27 | #8

Seit Tagen donnern wieder die Schwerlaster über den Kleff zum Neubaugebiet, aber nicht etwa, um Bodenaushub wegzutransportieren, sondern sie transportieren belastetes Material weg, das in dem angeblich unbedenklichen Neubaugebiet gefunden wurde. Über diesen Sachverhalt wurden weder Anwohner noch Kaufinteressenten informiert. Das Schild, das die Unbedenklichkeit eben dieses Bodens zertifizierte, verschwand vor Tagen. Anfang der Woche war der Kleff phasenweise komplett gesperrt, da einer der Schwertransporter, die Baufahrzeuge zum Neubaugebiet bringen sollte, steckengeblieben war. Ob jeder der Laster, die hier langfahren, eine Sondergenehmigung für eine Befahrung von mehr als 12 t besitzt, ist weder für Polizei noch Stadtverwaltung überprüfbar. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?

02.11.2008
13:21
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von Kirschbaum | #7

Weg mit den Zäunen
Warum muss um eine bereits gesicherte Altlast noch ein Zaun gezogen werden? Um das Rathaus wird doch auch kein Zaun gezogen. Hier vergibt man doch einen schönen Platz für einen Biergarten Cherchez PAK( am besten mit angrenzendem Spielplatz).
Dort könnten dann die Ratsmitglieder Volksreden halten z.B.: zum Thema Was kümmert uns die Sicherheit von jungen Nichtwählern . Frau Bürgermeisterin würde dozieren über die Interpretation von Verkehrsregeln zugunsten von Bauunternehmern oder Herr Dezernent Schweppe erklärt uns wie man Verkehrsberuhigung richtig macht. Die Grünen könnten glänzen mit der Erklärung, warum Wittener Kröten, Blindschleichen, gefährdete Schmetterlinge und Vögel in den Nachbarstädten besser aufgehoben sind. Und zum Abschluß stimmt dann auch die CDU mit ein, wenn das altlastige Politikerlied wie das Fähnchen auf dem Turme. sich kann drehen... angestimmt wird.
Tut mir leid, ernst nehmen kann ich die Abläufe hier auf dem Kleff und in der Stadt Witten schon lange nicht mehr.

30.10.2008
21:14
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von bürger101 | #6

Was sind das aber auch für böse, böse Kleinkriminelle, die nachts auf Leitern klettern und Schilder demolieren?
Beileidsbekundungen bitte an den Eigentümer der PAK-Giftmülldeponie, den Rurhverband in Essen, Projektleiter H. Sommerfeld. Unterstützen Sie ihn durch den Erwerb einer Immobilie. Er weist zum ersten Mal ein Baugebiet direkt neben einer Giftmülldeponie aus - beweisen Sie Ihre Solidarität und legen Sie Ihr Geld zukunftssicher an.

30.10.2008
08:53
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von Eva | #5

Gesicherte Altlst?
Es gibt genug Beispiele,wo gesicherte Deponien hintrher doch nicht so sicher waren.Kinder buddeln gerne und können dadurch die Deponie beschädigen.
Geht es nur um Profit oder die Gesund heit unserer Kinder?

21.10.2008
22:57
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von Mitmacher | #4

Wer am Fuße eine gesicherten Altlast Häuser bauen und verkaufen will in denen sich Eltern und Kinder wohlfühlen und über eine lange Zeit ungestört entwickeln sollen, der sollte nicht über das Recht auf Ausübung der Gewerbefreiheit lamentieren. Ein solches Angebot ist eben weder vermittelbar, noch überhaupt wettbewerbsfähig. Welch normal denkender Mensch würde sich wohl nach dem heutigen Stand der Technik für ein solches Risiko entscheiden?

21.10.2008
21:33
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von Marathonengel | #3

na ja in Bielefeld wurde vor einigen Jahren auch auch auf dem Gelände einer ehemaligen Deponie gebaut, angeblich sicher. Leider war der Boden im nachhinein doch nicht so sauber, die Häuser sind inzwischen wieder abgerissen. Doof, oder?

21.10.2008
16:09
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von jesi | #2

Ich kann den Ausführungen von goldjunge nur zustimmen.

Nachdem in der damaligen Bürgeranhörung zur geplanten Bebauung die Anwohner ihre Bedenken gegen eine Bebauung überhaupt, mit verschiedenen Argumenten, z.B. wegen Straßenbreite, Verkehrsaufkommen oder - wie ich mich sehr genau erinnere - allein schon gegen eine Planung entlang des Kleff (was plant da jemand auf meinem Grundstück, ich werde nicht verkaufen) nicht durchsetzen konnten, ging man zum polemischen, durch Nichts begründeten Angriff in Form von irreführenden Schildern über.

Der Grundstückseigentümer am Kleff hat wohl inzwischen doch verkauft!!!??

Vielleicht sollte der Bauträger den Kleffanwohnern ein hinteres Grundstück auf den ehemaligen Klärteichen anbieten. Dort wären sie dauerhaft sicher vor erhöhtem Verkehrsaufkommen, Lärm etc., der Kirchturm stünde wieder an richtiger Stelle!

Mit dem Giftmüll könnte man sich dann wohl arrangieren, oder?

21.10.2008
07:59
Streit um Wohnen am Kleff eskaliert Vorkommnisse
von goldjunge100 | #1

Ich frage mich immer wieder, warum die Alteingesessenen dort überhaupt noch wohnen.
Da warnen diese Leute die Bauwilligen vor dem belastete Boden, haben aber selber Jahrzehnte direkt neben der Klärschlammdeponie gewohnt und dort auch eigene Häuser gebaut.
So schlimm kann die Giftstoffbelastung dann wohl doch nicht sein, wie diese Anwohner weis machen wollen.

Es ist wohl vielmehr so, dass man nicht damit gerechnet hat, dass in unmittelbarer Nähe weitere Häuser entstehen sollen. Immer nach dem Motte: Wir wollen unsere Ruhr.

Wenn die ehemalige Deponie nicht gewesen wäre, würden sie die Bauwilligen wahrscheinlich mit möglichem Ruhrhochwasser abschrecken.

Aber nein, die dort Wohnnenden sind natürlich ausschließlich um das Wohl der Neubürger besorgt.

Mensch Leute, wenn euch die Neubesiedelung nicht passt, zieht doch weg.

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