Streckenposten schweigen zu Bahnunfall in Witten

Schwere Kollision: Ein Herner stieß am 2. Dezember am Bahnübergang Pferdebachstraße mit einem Zug zusammen. Der Fahrer überlebte mit Glück.
Schwere Kollision: Ein Herner stieß am 2. Dezember am Bahnübergang Pferdebachstraße mit einem Zug zusammen. Der Fahrer überlebte mit Glück.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Die polizeilichen Ermittlungen nach dem schweren Unfall am Bahnübergang Pferdebachstraße sind abgeschlossen. Eine neue Schranke soll im April stehen.

Witten.. Die polizeilichen Ermittlungen um die Kollision eines Autos mit einer S-Bahn am 2. Dezember am Bahnübergang Pferdebachstraße sind abgeschlossen. Einen Durchbruch gab es nicht: Die Streckenposten, gegen die wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt wird, hüllen sich bislang in Schweigen.

Neben den Streckenposten wurden sechs Zeugen gehört. Es gebe keine Hinweise, dass der Bahnübergang zum Zeitpunkt des Unfalls abgesperrt gewesen sei, so Polizeisprecher Volker Schütte. Dafür waren die Streckenposten zuständig. Man habe auch alle Mobiltelefongespräche ausgewertet. Nähere Angaben zu möglichen Erkenntnissen – sowohl der Zeugenaussagen als auch der Telefonauswertung – könne er nicht machen, so Schütte.

Die Polizei fertigt derzeit ihren Abschlussbericht, der an die Staatsanwaltschaft geht. Diese kann dann weiter ermitteln und gegebenenfalls Anklage erheben. Je nach Schwere der Vorwürfe stehen auf gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr bis zu zwei oder sogar bis zu zehn Jahre Haft.

Immer wieder technische Ausfälle

Am Bahnübergang Pferdebachstraße war ein 52-jähriger Herner von der S5 erfasst worden, als dieser gerade mit seinem Polo den Übergang überqueren wollte. Wie durch ein Wunder überlebte der Mann mit vergleichsweise leichten Verletzungen.

Polizei Seit Monaten ist die Bahnschranke defekt. Zur Zeit des Unfalls sollte der Übergang eigentlich mit einem Flatterband gesichert worden sein bevor der Zug durchfährt. Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei war dies nicht der Fall. Inzwischen ist eine Behelfsschranke installiert, die von Hand bedient werden muss. Immer wieder kam es auch bei der Behelfslösung zu technischen Ausfällen.

Neubau soll im Februar starten

Die Bahn den Neubau der Schranke nun ganz oben auf ihre Prioritätenliste gesetzt. Er soll Mitte Februar beginnen, die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für Mitte April geplant. „Während der Arbeiten wird zeitweise nur eine Fahrbahnspur befahrbar sein“, so ein Bahnsprecher. Die Kosten liegen im unteren sechsstelligen Bereich.