Straße wird zweimal aufgerissen

Kein Umbau aus einem Guss: In der Crengeldanzstraße werden sie Schienen bis 2016 erneuert, die Erneuerung der Straße soll später erfolgen.
Kein Umbau aus einem Guss: In der Crengeldanzstraße werden sie Schienen bis 2016 erneuert, die Erneuerung der Straße soll später erfolgen.
Foto: WAZ FotoPool
Bogestra will die Schienen in der Crengeldanzstraße spätestens 2016 erneuern.Neue Fahrbahn, Haltestellen und teils neue Führung der 310 kommen erst später

Witten..  Spätestens 2016 wird die Bogestra die Straßenbahngleise zwischen dem Betriebshof und dem Marien-Hospital auf der Crengeldanzstraße erneuern. Auf den Komplettumbau der Straße werden die Wittener aber weiter warten müssen.

Der Einschätzung stimmt Stadtbaurat Markus Bradtke unumwunden zu. Es sei ärgerlich und den Bürgern schwer zu vermitteln, wenn die Crengeldanzstraße innerhalb weniger Jahre zweimal aufgerissen werden müsse. Den Schwarzen Peter dafür weist der Dezernent dankend zurück: Die Stadt habe ihr Möglichstes getan, um das zu verhindern.Das bestätigt die Bogestra. Ihr Sprecher Christoph Kollmann verweist auf eine Unterfinanzierung der Förderprogramme auf Bundesebene.

Die Bogestra muss die verschlissenen Gleise aus den Jahren 1967/68 zwischen Betriebshof und Marien-Hospital bis spätestens 2016 erneuern. Sie hatte die Stadt daher aufgefordert, die Voraussetzung für den großen Umbau zu schaffen, den Witten und Bogestra eigentlich gleichzeitig stemmen wollten: neue Fahrbahn, Rad- und Gehwege, niveaugleiche Haltestellen, neue Oberleitung, neue Signalanlagen. Außerdem sollte der gefährliche Knotenpunkt Sandstraße umgebaut und übersichtlicher gestaltet werden. Alles in allem ein Neun-Millionen-Euro-Paket.

„Wir bereiten uns jetzt darauf vor, nur die Gleise zu erneuern“, so Kollmann. Die modernen Variobahnen werden nach der Neuführung der Linie 310 dann an der Crengeldanzstraße mangels neuer Haltestellen weiter die Stufen ausfahren müssen. Schlimmer: Die Schienen werden in ihrer heutigen Lage erneuert. „Wenn der volle Umbau erfolgt, könnte es sein, dass sie punktuell noch einmal angefasst und auf eine neue Trasse gehoben werden müssen“, bestätigt Wittens Stadtbaurat. Es müsse zwar „nicht alles komplett herausgerissen werden“. Ein punktueller Mehraufwand sei aber wohl unvermeidlich.

Musste es so weit kommen? Vor zwei Jahren hatten Stadt und Bogestra ein Planungsbüro beauftragt. Dessen erster Entwurf fiel durch, u.a. wegen zu weniger Parkplätze. Der zweite kommt zwar besser an. Um ein komplettes Planfeststellungsverfahren komme man rechtlich aber nicht herum, so Bradtke. Und die Fördertöpfe seien nicht nur begehrt und knapp ausgestattet, es müsse vor allem „alles synchronisiert werden“. Straßenbaumittel werden über die Bezirksregierung beantragt, ÖPNV-Mittel über den Verkehrsverbund – und Stadt und Bogestra müssen ihren Eigenanteil einbringen.

Beide Partner bemühten sich noch um die Förderung, so Bradtke. Frühestens in zwei Jahren könnte der Bagger für den Gesamtumbau rollen.