Stiller Kreuzweg zur Josephs-Kirche

Rund 300 Gläubige aus drei katholischen Kirchengemeinden trafen sich gestern am Annener Marktplatz, um gemeinsam das neue Passionskreuz zur Kirche St. Joseph zu tragen. Eingeladen hatte die Gemeinde Annen. Gekommen waren Mitglieder der Stockumer Maximilian-Kolbe Gemeinde und von Sankt Pius in Rüdinghausen.

Pfarrer Friedrich Barkey freute sich, dass so viele Teilnehmer den Weg zum Marktplatz fanden, um bei der kleinen und außergewöhnlichen Prozession dabei zu sein. Viele Gläubige hatten bereits ihren eigenen symbolischen Kreuzweg hinter sich. Denn die meisten kamen zu Fuß aus ihrem Stadtteil. Über den Annener Berg oder über den Rheinischen Esel.

Die Stockumer hatten ihr eigenes, altes Vortrage-Kreuz mitgebracht. Johannes (76) und Irmhild (72) Barthmann aus Annen dagegen hatten es nicht weit. Obwohl beide gerne laufen und jedes Jahr zu verschiedenen Pilgerortenwandern. Thomas Wittenborg (45) aus Rüdinghausen fand, dass die Passionsprozession ein würdiger Auftakt zur Karfreitags-Liturgie sei. „Schon als Kind ging ich an diesem Tag schon immer den Kreuzweg“, erinnerte er sich. Katja Watermann (42) wusste überhaupt nicht, was sie erwartete. „Ich lass mich von der Stimmung einfach nur inspirieren“, meinte sie nachdenklich.

Dann wurde das Passionskreuz auf den Marktplatz getragen. Pünktlich um 15 Uhr- In der neunten Stunde, der Sterbestunde Jesu - wie Pfarrer Barkey betonte. Getragen wurde das gezimmerte Fichtenkreuz von Krippenbaumeister Stanislaus Bebiolka, Thomas Wittenborg und Erich Zielonka. Verhüllt war es symbolisch von einem blutroten Tuch. Nach Barkey`s Worten „Gehen wir in Frieden“ – setzte sich die Prozession schweigend in Bewegung. Die längste Messe des Jahres konnte in der vollen Kirche beginnen.