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Stille Nacht, heisere Nacht

03.01.2016 | 15:38 Uhr
Stille Nacht, heisere Nacht
Während der Feiertage hatte der Notfalldienst in der Notaufnahme des Marien-Hospitals alle Hände voll zu tun. Für eine effektive Betreuung der Patienten sorgten (v.l.) Dr. Jan Buckup, Edith Eckermann (Koordination), Tanja Waschewski (diensthabende Medizinfachangestellte) und Dr. Klaus-Peter Tillmann.Foto: Michael Korte

Der ärztlicher Notdienst war über die Feiertage viel gefragt. Über 500 Patienten wurden versorgt – und eine Frau wieder weggeschickt.

Weihnachtszeit ist Erkältungszeit. Die Zeit, in der sich viele mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit herumplagen. Was aber, wenn sich die leidige Krankheit ausgerechnet an den Feiertagen zu einem fiebrigen Infekt ausweitet?

In Witten waren für Fälle wie diesen wieder viele Hausärzte und auch einige Fachärzte im Einsatz. Im Marien-Hospital konnten sich Patienten während der Feiertage von acht bis 22 Uhr an den ärztlichen Notdienst in der Ambulanz des Krankenhauses wenden. Und das Angebot wurde viel genutzt: „Viele wollen vor Weihnachten oder Silvester noch mal eben abklären, ob der Infekt, den sie schon länger mit sich herumschleppen, was schlimmes ist“, so HNO-Arzt Klaus-Peter Tillmann, der seit 2011 den ärztlichen Notdienst in Witten organisiert. Denn bevor man sich an den Festtagen mit Fieber ins Bett legt, lassen sich viele dann doch ein Antibiotikum verschreiben.

Über die Feiertage wurden auch in diesem Jahr wieder über 500 Patienten vom ärztlichen Notdienst betreut. Doch das läge nicht daran, dass die Menschen in dieser Zeit noch häufiger krank seien als in der restlichen Winterzeit: „Da nur rund ein Viertel der Praxen zwischen den Feiertagen besetzt ist, sammelt sich das an den Standorten des Notdienstes.“ Die meisten Patienten plagten vor allem Virus-Infekte. „Es war aber alles dabei, von der Blasenentzündung bis hin zu Rückenschmerzen“, so Tillmann.

Hausbesuch anfordern

Nur einen Fall hätte es in diesem Jahr gegeben, da konnten und wollten die Ärzte des Notdienstes nicht weiterhelfen. Edith Eckermann, die für die Organisation des Notdienstes vor Ort im Marien-Hospital zuständig ist, erinnert sich an eine Patientin, die ihre Blutgruppe bestimmt haben wollte. „Das ist natürlich etwas, was der Hausarzt innerhalb der normalen Sprechzeiten macht“, so Eckermann.

Zum Notdienst sollte nur kommen, wer wirklich krank ist und dringend behandelt werden muss. Wem es so schlecht geht, dass er es nicht mehr selbst bis zum Arzt schafft, der kann sogar einen Hausbesuch anfordern. Dies käme meist aber nur für chronisch kranke oder ältere Personen in Frage, weiß Tillmann. „Nach Möglichkeit sollte jeder Patient selbst zum Notdienst kommen.“

Stress für den Arzt

An einigen Tagen war es in der Notdienststelle des Krankenhauses so voll, dass der diensthabende Arzt erst nach Mitternacht anstatt um 22 Uhr in den Feierabend gehen konnte. Nach so einem Tag, das weiß Jan Buckup der am vergangenen Samstag den Notdienst besetzte, sei man „fertig“. „Mehr als einen Tag Notdienst schafft man nicht“, so der praktische Arzt. An drei Tagen waren sogar zwei Ärzte in Wechselschicht im Einsatz, um die Belastung zu reduzieren.

Dass es an den Feiertagen auch schon mal richtig stressig wird, dass weiß auch Tanja Waschewski. Sie ist zusammen mit Buckup die diensthabende medizinische Fachangestellte (MFA). Sie kümmert sich um die Verwaltung der Patientendaten und führt eine Vor-Anamnese durch, um die Ärzte ein wenig zu entlasten. Besonders stressig, sagt Waschewski, sei es, wenn Patienten ungeduldig würden. „An vollen Tagen muss man beim Notdienst einfach mit längeren Wartezeiten rechnen.“

EDV fiel aus

Die Warteliste wird in der Annahme des Marien-Hospitals mithilfe eines Computersystems sekundegenau geführt. Schlimm, wenn das wie jetzt gerade plötzlich nicht mehr funktioniert. „Drei Tage lang war die EDV platt“, erzählt Edith Eckert. Für die Diensthabenden war das „gar nicht lustig“. Doch auch da galt: Wer zuerst kommt, kommt zuerst dran. Unterschiede gäbe es nur in ganz dringenden Fällen: „Natürlich kommt ein Patient mit Verdacht auf Herzinfarkt schneller zum Arzt, als jemand, der mit Husten hier sitzt.“

Malin Schneider-Pluppins

Kommentare
03.01.2016
16:58
Stille Nacht, heisere Nacht
von CarstenRensinghoff | #1

Meine asthmakranke Freundin plagte sich Silvester mit Fieber herum. Nachdem die üblichen Hausmittel nicht zur Senkung er Körpertemperatur führten,...
Weiterlesen

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2016-01-03 15:38
Witten