Standortgemeinschaft Witten-Mitte warnt vor Abwärtsspirale

Ein Renner  sind die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt, hier der letzte vor Weihnachten.
Ein Renner sind die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt, hier der letzte vor Weihnachten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mit Sorge beobachtet die Standortgemeinschaft Mitte die politisch gewollte Öffnung des Wickmanngeländes für neue Fachmärkte. Was wird aus der City?

Witten..  Der Vorsitzende der Standortgemeinschaft Mitte, Hoeper, befürchtet Abwanderungen aus der Innenstadt, wenn die Pläne für das Wickmanngelände mit mehreren neuen Fachmärkten umgesetzt werden.

„Wir sprechen immerhin über 8000 Quadratmeter neue Verkaufsfläche“, sagt Hoeper. Er hat Sorge, dass Käufer, die sonst ins Zentrum gefahren kamen, dann nur noch die zentralen Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür in Annen nutzen – nicht nur, um Dinge des alltäglichen Bedarfs wie Lebensmittel oder Drogerieartikel zu besorgen, „sondern auch mittel- oder langfristige Güter wie Elektrowaren, Bekleidung oder Schuhe“, so Hoeper, der selbst ein Geschäft im Johannisviertel hat.

Gutachter rechnen mit 37 Millionen Euro Umsatz auf Wickmannfläche

Der Kuchen könne nur einmal verteilt werden. „Wir glauben nicht daran, dass neue Kunden aus umliegenden Städten angezogen werden, zumindest nicht in dem Umfang, wie es nötig wäre“, meint der Vertreter der Kaufmannschaft aus der City. Insgesamt mache Witten laut Masterplan Einzelhandel 600 Millionen Euro Umsatz (2013).

Die Experten, die ein Verträglichkeitsgutachten fürs Wickmanngelände erstellt haben, rechnen mit 37 Millionen Euro, die auf der erweiterten Verkaufsfläche in Annen erwirtschaftet werden könnten. Etwas anderes ist die tatsächliche Kaufkraft: Die wird im Einzugsgebiet von Wickmann mit 265 Millionen veranschlagt, bei möglichen 60 000 Kunden.

Kaufleute wollen um die City kämpfen

„Wir haben die Sorge, dass es in der Innenstadt immer mehr abbröckelt“, meint Karl-Dieter Hoeper. Leerstände sind das eine, Billigläden das andere. Man brauche sich ja nur einmal die untere Bahnhofstraße anzusehen.

Der 63-Jährige erinnert auch an die zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel. Insgesamt verringere sich das Umsatzvolumen für die noch vorhandenen „stationären“ Läden. Hoeper warnt eindringlich vor einer Abwärtsspirale der Innenstadt, wo es dann nur noch einen kleinen Kern attraktiver Fachgeschäfte gebe. Die Standortgemeinschaft Mitte werde aber um die City kämpfen – auch wenn die Politik in Sachen Wickmann nicht in ihrem Sinne entschieden hat.