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Stadt Witten will Jahnhalle übernehmen

13.01.2016 | 21:24 Uhr
Stadt Witten will Jahnhalle übernehmen
Das DRK nutzt an der Jahnstraße neben den beiden Sporthallen auch eine Leichtbauhalle, Zelte und eine Sprachbus. Foto:Thomas Nitsche

Witten.   Wenn das Land die Unterkunft aufgibt, will Witten dort selbst Flüchtlinge unterbringen, bis das Gebäude an der Brauckstraße fertig ist.

Die Jahnhalle soll bis auf weiteres Flüchtlingsunterkunft bleiben, aber die Stadt will selbst das Kommando übernehmen, das dort bisher das Land NRW und die Bezirksregierung führen. Die Sporthalle der Hardensteinschule müsste dann nicht für Flüchtlinge hergerichtet werden, bliebe für den Schul- und Vereinssport weiter frei.

Turngemeinde beklagt Austritte

Diesen Vorschlag hat das Amt für Wohnungswesen jetzt der Bezirksregierung gemacht. Am Mittwoch informierte die Stadt über den Stadtsportverband per E-Mail die Vereine und die Schulen über die Auswirkungen. Denn absehbar ist auch: Die Geduldsprobe für die üblichen Nutzer der Jahnhalle würde dadurch verlängert.

Die Belastungsgrenze sei dort erreicht, hat gerade die Turngemeinde Witten beklagt. Seit Monaten könnten die Basketball-Oberligisten der TG nicht vernünftig trainieren, man befürchte, dass die Abteilung ganz abwandern könnte, sagte Vorsitzender Hartmut Schikora. Die Unzufriedenheit ziehe sich aber durch alle Abteilungen. Erste Kündigungen hätten den Verein erreicht. Andere Mitglieder hätten gefragt, ob sie nicht von Vereinsbeiträgen befreit werden könnten.

Seit dem 22. Juli nutzt das Land NRW die Jahnhalle als Notunterkunft mit bis zu 250 Plätzen. Aktuell ist sie seit 18. Dezember nicht mehr belegt. Das Land setzt inzwischen auf weniger, aber größere Einrichtungen. Voraussichtlich Ende Februar, vielleicht aber auch schon früher, will das Land die Notunterkunft in Witten aufgeben.

Hardensteinhalle bliebe außen vor

Die Stadt steht in den Startlöchern, um die Jahnhalle als Unterkunft für die Flüchtlinge zu nutzen, die Witten zugewiesen werden, um hier das Asylverfahren zu durchlaufen. Die Vorteile lägen auf der Hand, meint Stadtsprecherin Lena Kücük: „An der Jahnstraße gibt es eine funktionierende Infrastruktur und Abläufe, die man übernehmen könnte und dann nicht an anderer Stelle ganz neu aufsetzen müsste.“ Sprich: in der Sporthalle der Hardensteinschule. Umzug und „Doppelkosten“ würden vermieden. Die Stadt hofft zudem, sich so einen Großteil der ehrenamtlichen Kräfte erhalten zu können, mit denen das Deutsche Rote Kreuz an der Jahnstraße arbeitet.

Stadt spricht von Zwischenlösung

Die Stadt spricht ausdrücklich von einer „Interimslösung“ – einer nur vorübergehenden eigenen Nutzung der Jahnhalle. Mit dieser will sie Zeit gewinnen, bis die geplante Unterkunft für bis zu 700 Flüchtlinge im früheren Siemens-/Unify-Gebäude an der Brauckstraße eingerichtet ist. Geht die Rechnung auf, könnte dann auch wieder die Mannesmannhalle freigezogen werden.

Diese Überlegungen stünden natürlich unter dem Vorbehalt, dass nicht so viele Flüchtlinge nach Witten kommen, dass auch diese Kapazitäten nicht mehr ausreichen, betont Lena Kücük. Die Nutzung von Sporthallen könne man deshalb zu keinen Zeitpunkt gänzlich ausschließen. „Wir haben aber doch in den letzten Monaten eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht die erstbeste Lösung ist, die uns einfällt.“ Dafür gelte auch noch einmal allen Wittener Dank, die Privatwohnungen gemeldet haben.

Ratsbeschluss steht noch aus

Für die Anmietung des Gebäudes Brauckstraße fehlt noch ein Ratsbeschluss (25. Jan.). Der Rat hatte Nachbesserungen im Vertragsentwurf angemahnt, so ein Sonderkündigungsrecht.

An der Jahnstraße arbeitete des DRK Witten zuletzt mit 50 bis 80 Kräften am Tag, darunter zehn Hauptamtliche.

Johannes Kopps und Britta Prasse

Kommentare
15.01.2016
06:22
Die Ausstiegsklausel muss rein
von p.s.a | #3

denn die europäische Abschottung scheint unabhängig vom momentanen Winterwetter zu funktionieren. Es sei denn man will Menschen dauerhaft in...
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http://www.derwesten.de/staedte/witten/stadt-witten-will-jahnhalle-uebernehmen-id11461136.html
2016-01-13 21:24
Witten