Stadt Witten schafft 190 Plätze für Flüchtlinge

Die Familie Staudinger hofft, im Anbau an das Gästehaus des Landes in Bommerholz wohnen bleiben zu dürfen, wenn die Stadt das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft übernimmt.
Die Familie Staudinger hofft, im Anbau an das Gästehaus des Landes in Bommerholz wohnen bleiben zu dürfen, wenn die Stadt das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft übernimmt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Noch vor Wochen war die Not groß, genug Wohnraum für Flüchtlinge zu finden. Jetzt scheint sich die Lage etwas zu entspannen. Es gibt neue Gebäude.

Witten..  Was die Unterbringung neuer Flüchtlinge angeht, ist Uwe Andresen vom Wohnungsamt nicht mehr so bange wie noch vor einigen Wochen. Das Thema „Container“ ist jedenfalls vom Tisch.

75 Flüchtlinge wurden der Stadt seit Jahresbeginn neu zugewiesen, so dass es derzeit 685 aktuell sind. Insgesamt werden in diesem Jahr 350 Personen erwartet, 275 müssten also noch kommen. 521 leben in Privatwohnungen, 164 in den acht städtischen Unterkünften.

Ehemalige Altenwohnungen und Pizzeria werden genutzt

Der Ankauf eines Gebäudes mit ehemaligen Altenwohnungen im Zentrum könnte die Situation ebenso entschärften wie die Nutzung einer einstigen Pizzeria. Und dann ist da ja auch noch das ehemalige Gästehaus der Uni Dortmund in Bommerholz, für das aber noch kein Mietvertrag unterschrieben ist. Für die Stadt wäre dieser Standort ideal, da keine Umbauarbeiten anfielen. Zimmer, Betten, Bäder – alles ist da. Rund 50 Menschen könnten dort unterkommen, vor allem traumatisierte Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak.

Nutzbar wäre dieses Gebäude „so lange wir wollen“, sagt Uwe Andresen. Dem dort lebenden früheren Hausmeisterpaar Staudinger soll die Stadt inzwischen signalisiert haben, dass sie es gerne sähe, bliebe die Familie dort wohnen. Wie berichtet, hatten die Staudingers Sorge, bei einer Anmietung durch die Stadt ausziehen zu müssen, weil das Land der Stadt Witten das Gästehaus kostenlos überlässt – ein Mieter, der zahlt, vertraglich also gar nicht vorgesehen sei.

Noch keine neuen Gebäude für 2016 in Aussicht

In den früheren Altenwohnungen im Zentrum könnten 30 bis 40 Flüchtlinge unterkommen. Anders als beim Gästehaus in Bommerholz ging diese Übernahme recht schnell über die Bühne. Jetzt wird das Haus hergerichtet. Weitere vier Wohnungen für etwa 30 Personen wurden im Hammertal angemietet. Außerdem soll ein Privatgebäude genutzt werden, das früher eine Pizzeria beherbergte.

Mit weiteren Plätzen in den acht eigenen Unterkünften käme man auf insgesamt zirka neue 190 Plätze, sagt Uwe Andresen vom Wohnungsamt. Damit wäre man für dieses Jahr fast „durch“, wenn es denn bei 350 Neuaufnahmen bleibt, zeigt er sich zuversichtlich. Kritisch könne es wieder nächstes Jahr werden. Denn dafür gebe es noch gar keine neuen Gebäude. Was ihn freut, sind die unproblematischen Wohnverhältnisse. Andresen: „Es gibt keine Probleme mit Nachbarn oder Vermietern, die sagen, das war aber ein Fehlgriff.“