Stadt Witten greift Bürgern tief in die Tasche

Im Jahr 2015 erwartet die Hausbesitzer eine saftige Erhöhung der Grundsteuern in Witten.
Im Jahr 2015 erwartet die Hausbesitzer eine saftige Erhöhung der Grundsteuern in Witten.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Was ändert sich 2015? Vor allem mit Grundsteuer belastet die Stadt Hausbesitzer, Mieter und Firmeninhaber zusätzlich. Entwässerungsgebühren sinken.

Witten..  Es scheint schon fast ein Naturgesetz zu sein, dass die Stadt mit dem Geld, das ihr die Bürger zur Verfügung stellen, nicht auskommt und dass sie diese zum neuen Jahr mit höheren Steuern und Gebühren belastet. Anders als bei Naturgesetzen, gibt es hier aber doch Ausnahmen. Eine Übersicht, was auf die Wittener 2015 zukommt.

Grundsteuer B

Der Hebesteuersatz steigt von 590 auf 690 Punkte. Für ein Zweifamilienhaus in Stockum schlägt das nach städtischer Musterrechnung mit 1095 statt 936 Euro (plus 159 Euro) fürs Jahr zu Buche, für eine Eigentumswohnung in der City (70 qm) mit 330 statt 282 Euro (plus 48 Euro). Das private Acht-Familienhaus in der City wird mit 2454 statt 2098 Euro belastet (plus 356 Euro), ein Genossenschaftshaus mit sechs Parteien auf dem Sonnenschein mit 1663 statt 1422 Euro (plus 241 Euro). Nicht umsonst protestierten Haus & Grund und auch der Mieterverein, der sicher ist, die Erhöhung werde durchgereicht. Die Grundsteuer wurde zuletzt 2013 erhöht – von 470 auf 590 Punkte.

Die Grundsteuer betrifft auch andere: Beim Geschäftshaus in der oberen Fußgängerzone schöpft die Stadt 15 640 statt 13 373 Euro ab, plus 2267 Euro. Bei einem nicht näher bezeichneten Industriebetrieb sind es nach der Musterrechnung 600 104 statt bisher 513 133 Euro – satte 86 972 Euro mehr im Jahr.

Insgesamt errechnet die Stadt Mehreinnahmen von 3,4 Mio Euro.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer bleibt stabil. Der Hebesatz soll 2016 von 500 auf 520 angehoben werden – die Stadt hofft dann auf 1,8 Mio Euro mehr.

Müll und Straßenreinigung

Abfall- und Straßenreinigungsgebühren, die mit der Gundsteuer als Grundbesitzabgaben eingezogen werden, bleiben stabil. Allerdings: Der Kreis stellt den Städten künftig nur 175 statt 190 Euro für die Restmülltonne in Rechnung. Diesen Nachlass gibt Witten nicht an die Bürger weiter.

Entwässerung

Die ESW-Gebühren (wieder ein Stadtbetrieb) darf die Stadt nur kostendeckend berechnen. Sie sinken: für Schmutzwasser um 9,5 %, für Niederschlagswasser um 8,3 %. Hier gäb’s sonst eine Überdeckung. Gesunken sind u.a. die kalkulatorischen Zinsen, von 6,5 auf 5,5 %.

Hundesteuer

Die Stadt dreht 2015 an der Hundesteuerschraube. Nach der drastischen Erhöhung 2013 – 27 Euro fürs erste Tier – kommen jetzt nach einem Jahr Pause zwölf Euro (10 %) für jeden Vierbeiner drauf: 132 Euro kostet ein Hund, zwei Tiere kosten je 204 Euro, drei jeweils 252 Euro. Billiger wird der Ersatz verlorener Hundemarken. Aber: Künftig soll die Hundesteuer stetig steigen: pro Jahr um sechs Euro pro Tier.

Friedhofsgebühren

Der Kämmerer „bedauerte“, dass sie seit 2005 nicht erhöht wurden, jetzt fällt der Anstieg mit im Schnitt 27 % happig aus: 1280 statt bisher 953 Euro fürs Reihengrab, auch Beerdigungskosten steigen.

Stadtwerke

Die Stadtwerke planen nach eigenen Angaben auf absehbare Zeit in allen Sparten keine Veränderungen. Die letzten Erhöhungen datieren von Januar 2014 (Strom), Oktober 2013 (Erdgas und Fernwärme) und 2006 (Trinkwasser). Der Bädereintritt ist seit 2002 unverändert.