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Gerberviertel

Stadt will 1,25 Mio für Gerberviertel

08.01.2013 | 18:54 Uhr
Stadt will 1,25 Mio für Gerberviertel
Das Haus Gerberstr. 6 soll samt Privatgrundstück schon an einen Dortmunder Investor verkauft worden sein, der bereits mehrere neue Edeka-Märkte in Witten entwickelt hat.Foto: Walter Fischer

Witten.   Edeka-Investor soll Privatgrundstück auf dem Gelände bereits gekauft haben. Bradtke: Stadt hatte kein Vorkaufsrecht. Zahlreiche Interessenten am Areal.

Drei Wochen vor Ende der Ausschreibung für das Gerberviertel hat sich nach Angaben von Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke eine Vielzahl von Interessenten an dem Grundstück gemeldet.

„Dass wir regelmäßig Anfragen bekommen, zeigt, dass es ein Interesse an dem Gelände gibt“, so Bradtke. Über die Anzahl tatsächlich abgebener Gebote wollte er jedoch keine Aussage machen: „Ich gehe davon aus, dass die seriösen Angebote erst kurz vor Ende der Ausschreibung am 31. Januar kommen werden.“

Laut Bradtke gebe es „jede Menge Anfragen, teils mit, teils ohne Einbeziehung des Privatgrundstücks“. Wie berichtet liegt innerhalb des allgemein als Gerberviertel bezeichneten Areals von rund 6500 Quadratmetern ein Privatgrundstück von etwa 500 Quadratmetern mit einem genutzten Wohnhaus. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Hausbesitzer das Gelände vor kurzem an einen Dortmunder Investor veräußert, der schon mehrere Edeka-Märkte in Witten entwickelt hat.

„Die Stadt wusste von dem Verkauf, die gesetzlichen Bedingungen für ein Vorkaufsrecht waren jedoch nicht gegeben“, sagt der Baudezernent. „Die Stadt kann nicht zwischen zwei private Interessenten treten, die einen Grundstücksverkauf vereinbaren wollen. Und als Nothaushalt-Kommune konnten wir auch nicht mitbieten.“ Für die Stadt habe es somit keine Möglichkeit gegeben, an dieses Grundstück zu kommen.

Stadt will 1,25 Mio Euro

Bradtke: „Es ist sicherlich schwierig, aber nicht ausgeschlossen, das übrige Gelände auch ohne dieses Grundstück zu erschließen. Ein guter Architekt kann das möglich machen.“ Der Ausschreibung zufolge will die Stadt mindestens 1,25 Mio Euro für das eigene, rund 5900 Quadratmeter große Gelände erlösen. Der Bürgerkreis Herbede hatte noch während des Moratoriums einen Grundstückswert von 180 Euro pro Quadratmeter errechnet.

Für Holger Jüngst aus Annen, Inhaber der Bauträgergesellschaft A+H in Hagen, ist der Betrag zu niedrig. „Ein Frischemarkt an dieser Stelle ist für Herbede die richtige Entwicklung, der alte Edeka ist einfach nicht mehr ausreichend“, sagt er. „Aber vor rund zehn Jahren, als es bereits einmal einen Investorenwettbewerb gab, hätte die Stadt 1,7 Mio Euro für das Gelände erhalten. Heute gibt sich eine Nothaushalt-Kommune mit einer halben Million weniger zufrieden.“

Fest stehe, dass der jetzige Besitzer des privaten Grundstücks aufgrund der Lage mitten im Erschließungsgebiet den Preis mehr oder weniger diktieren könne: „Ohne dieses Grundstück ist da nichts Vernünftiges zu machen, und dessen Besitzer diktiert den Preis. Für mich ist das eine klare Wettbewerbsverzerrung.“

Edeka bleibt geöffnet

Das Edeka-Geschäft in der Meesmannstraße ist nicht, wie im letzten Jahr angekündigt, zum Jahresende geschlossen worden. Inhaber Dominik Grüter: „Dann wäre die Versorgung in Herbede nicht mehr gewährleistet gewesen.“ Deshalb habe man sich mit dem Nachmieter Roßmann darauf geeinigt, das Geschäft weiterzubetreiben, bis ein Umzug ins Gerberviertel ansteht. Grüter: „Ich hoffe, dass die Ausschreibung zu unseren Gunsten ausgeht.“

Bernd Kassner

Kommentare
07.02.2013
11:14
Stadt will 1,25 Mio für Gerberviertel
von vomDach | #9

Man sollte mal einen Blick nach Sprockhövel werfen. Dort gibt es eine gut befahrene Straße mit kleinen Geschäften als Ortskern und außerhalb sind alle...
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2013-01-08 18:54
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