Spaßiges Verwechslungsspiel
15.11.2009 | 15:33 Uhr 2009-11-15T15:33:00+0100Wer die „0190” wählt, zahlt 3,60 Euro/Minute. Wer sich dann drei Stunden lang unterhalten lässt, wird so einiges los – und zwar ziemlich viele unbezahlbare Lacher. Denn das Verwechslungsspiel, das das „Wittener Kom(m)ödchen” in der Werkstadt aufführte, war echt spaßig.
2009 war kein gutes Jahr für die Amateurschauspieler: krankheitsbedingte Ausfälle, Trauerfälle und die Wirtschaftskrise, die deutlich machte, dass ohne Sponsoren kein Vereins- und Kulturleben mehr möglich ist. Die Ansprache vor Beginn des Stücks war zwar ernst, sollte aber nicht den Abend dominieren.
Dafür sorgte allein schon der turbulente Inhalt der Komödie: Eine Telefonsexagentur liegt genau gegenüber den Geschäftsräumen eines übereifrigen Börsenmaklers. Dieser spielt „Monopoly” mit dem Geld seiner „Goldfische” und geht Pleite, während nebenan die 0190-Agentur floriert. Die Ehefrau des Bankrotteurs nimmt heimlich einen Job im Call-Center an – und hat plötzlich ihren Mann als Kunden. Bald ist die Verwirrung komplett – es herrscht Chaos pur.
Liebevoll gestaltetes
Bühnenbild
Neben einem liebevoll gestalteten Bühnenbild glänzten die Darsteller, besonders Stephan Körber als Börsen-Alfred. Mit kräftiger Stimme brachte er seine Rolle überzeugend rüber, ebenso wie Katrin Diermann als gute Freundin. Daniela Waschik als Maklergattin und Yvonne Klüser als Agenturchefin wirkten zwar routiniert, doch bisweilen etwas affektiert und die Dialoge sehr auswendig gelernt. Nicht ganz so textsicher wie sie war Frans Buijs. Doch dank seines süßen niederländischen Akzents nahm ihm dies niemand übel. In der Rolle des Unternehmers überzeugte Antonis Marougas, in der des guten Freundes Christian Schirrmacher.
Kurzum: Hut ab für die gelungene Vorstellung, die dem Publikum wieder einmal die Möglichkeit bot, eine Weile dem grauen Alltag zu entfliehen. Bei dem Wochenendwetter war das bitter nötig.
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