Sparkassenstiftung fördert neue Jugendbücherei

Freuen sich auf die neue Bücherei: Bibliotheksleiterin Christine Wolf (v. li.), Prof. Walter Gehlen und Arno Klinger (Sparkassen- und Bürgerstiftung), Alexander Diehl (Kijupa), Gerd Kinski (Jugendamt) und Laura Schmidt (Kijupa).
Freuen sich auf die neue Bücherei: Bibliotheksleiterin Christine Wolf (v. li.), Prof. Walter Gehlen und Arno Klinger (Sparkassen- und Bürgerstiftung), Alexander Diehl (Kijupa), Gerd Kinski (Jugendamt) und Laura Schmidt (Kijupa).
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Sparkassen- und Bürgerstiftung fördert das neue Konzept für die künftige Kinder- und Jugendbücherei mit 5000 Euro. Das Besondere: Auch Schüler dürfen ihre Wünsche und Anregungen mit einbringen.

Witten..  Wenn der Anbau am Museum steht, soll in den neuen Räumen der Stadtbibliothek auch inhaltlich vieles verbessert werden. Von dem neuen Konzept für die Kinder- und Jugendbücherei konnte Bibliotheksleiterin Christine Wolf die Sparkassen- und Bürgerstiftung überzeugen, die jetzt einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro überreichte. Das Besondere am Konzept: Die Bibliothekare entwickeln es nicht allein, sondern holen sich Hilfe von Schülern. Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments (Kijupa) dürfen eigene Anregungen einbringen.

Drei Räume soll es künftig für Kinder verschiedener Altersklassen geben: Die Leseanfänger bis sieben Jahre, die Acht- bis Zwölfjährigen und die Teenager ab 13 bekommen jeweils ihr eigenes Refugium. Hier sollen sie im neuen Anbau auch neue, altersgerechte Medien finden können: Romane, Sachbücher, Mangas, Comics, aber auch einige Konsolenspiele, DVDs und eBooks. Bei der Auswahl der Medien gab das Kijupa seine Empfehlung. Die große Überraschung für die Bibliothekare: Das gedruckte Buch ist bei Schülern noch lange nicht „out“.

Die 15-jährige Laura Schmidt gehört zu der Kijupa-Gruppe, die sich extra für Bücherei-Angelegenheiten zusammengefunden hat. Das klare Bekenntnis der Gruppe: „Die Bücherei sollte nicht nur eine Ausleihstelle, sondern ein Ort für Kommunikation sein.“ Zum Lernen und Spielen, zum Lesen und gemütlichen Abhängen wünschen sich die Schüler moderne Räume. Nicht alt und muffig, sondern „cool, mit hellen Farben und vielleicht ein paar Sitzsäcken“. Kostenloses Internet und „Hotspots“ für mobile Geräte soll es ohnehin geben.

Für Laura und ihre Gruppe ist die Bücherei auch ein Ort, an dem es sich einfacher arbeiten und lernen lässt: „Es ist leiser und praktischer, denn Bücher werden – gerade für die Abivorbereitung später – ja immer teurer.“

Wer bislang dachte, dass Jugendliche nur eBooks und Konsolenspiele auf die Wunschliste setzen würden, liegt falsch: „Unserer Meinung nach macht es keinen Sinn, in der Bücherei mehrere Stunden lang zu zocken“, erklärt Laura. Das Angebot im so genannten „Gaming“-Bereich sei zwar erwünscht, aber eigne sich besser für die Ausleihe.

Auch bei der Einrichtung sollen die Kinder gefragt werden. Nach den Sommerferien will die Kijupa-Gruppe über gemütliche Sitzgelegenheiten beraten. Leseratte Laura freut sich schon jetzt: „Ich denke, dass es ein moderner Ort wird und wir freuen uns, dass wir mitentscheiden dürfen.“ Die Sparkassen- und Bürgerstiftung habe über die finanzielle Förderung nicht lange nachdenken müssen, sagt Kuratoriumsmtglied Prof. Walter Gehlen: „Bei den begrenzten Möglichkeiten auf kommunaler Ebene war das Defizit erkennbar“. Die Bücherei aber sei ein „Leuchtturmprojekt“.