Soll die Hardenstein-Gesamtschule umziehen?

Rektor Erwin Essmann (60).
Rektor Erwin Essmann (60).
Foto: FUNKE Foto Service
Die Politik in Witten streitet über den Verbleib der Schule in Vormholz: In der Innenstadt wird eine Gesamtschule gebraucht. Für Herbede ist die Hardensteinschule aber wichtig.Was der Kreistag sagt

Witten.. Die Diskussion um den Verbleib der Hardenstein-Gesamtschule in Vormholz ist in vollem Gange. Der Schulentwicklungsplan, der gerade in den Fraktionen diskutiert wird, schlägt unterschiedliche Szenarien vor. Eines lautet, dass die Hardensteinschule in die Innenstadt umzieht. Seit Dienstag ist auch der Kreis im Boot. Vertreter des Kreistages haben dem Schulleiter zugesagt, in ihren Fraktionen für eine finanzielle Unterstützung der Schule in Vormholz zu werben. Wiewohl: Kreisschule wird die Hardenstein-Gesamtschule nicht, so das Signal der Politiker.

Argumente dafür

Die Hardenstein-Gesamtschule bedient als Schule im Drei-Städte-Eck die Bedürfnisse von Wittener, Hattinger und Sprockhöveler Schülern. Von 825 Schülern kommen 600 aus Witten, der Rest aus den Nachbarstädten - das heißt Witten als Schulträger zahlt für auswärtige Kinder mit. Von den 600 Wittener Kindern kommen 500 aus dem Stadtteil Herbede, der Rest pendelt aus der Innenstadt nach Vormholz.

Umgekehrt fehlt in der Innenstadt eine Gesamtschule. Hier gibt es zwar mit dem Ruhr-Gymnasium, dem Schiller-Gymnasium und dem Albert-Martmöller-Gymnasium drei weiterführende Schulen mit gymnasialer Oberstufe - für Eltern im Zentrum, die sich nicht aufs Gymnasium festlegen, für ihr Kind aber doch die Möglichkeit des Abiturs offen halten wollen, gibt es aber keine Alternative.

Außerdem muss das Hauptgebäude der Hardenstein-Gesamtschule dringend saniert werden. Wenn man nicht abreißt und neu baut, sondern flickt, würde das die Stadt rund zwölf Mio. Euro kosten.

Argumente dagegen

Die Hardenstein-Gesamtschule ist für Herbede wichtig, um den Stadtteil am Leben zu erhalten. Zieht die Schule weg, gibt es in Herbede keine weiterführende Schule mehr. Kinderl, die eine Gesamtschule besuchen bzw. das Abitur machen wollen, müssten in die Innenstadt oder nach Annen zur Holzkamp-Gesamtschule pendeln. Die aber muss schon jetzt 60 bis 80 Neu-Schüler pro Jahrgang abweisen.

Auch wenn das Hauptgebäude der Gesamtschule sanierungsbedürftig ist: Eine Schule besteht nicht nur aus Beton. In Vormholz hat die Schulgemeinde über Jahrzehnte eine freundliche und kreative Umgebung geschaffen. Mit dem Umzug müsste man von vorne beginnen.

Zudem ist unklar, wohin die Hardenstein-Schule im Zentrum ziehen könnte. Denkbar wäre die Obverbergschule, die im laufenden Schuljahr keine neue Eingangsklasse mehr bilden konnte, und deren Zukunft ungewiss ist. Doch das Gebäude der Hauptschule allein wäre viel zu klein.